Die Geburt von Zwillingen geht mit einem erhöhten Risiko für Frau und Kinder einher. Häufig lässt sich ein Kaiserschnitt nicht vermeiden. Dass es auch anders geht, zeigt eine junge Familie aus Essen. Necla Mala brachte am Katholischen Klinikum Essen auf natürlichem Wege einen Jungen und ein Mädchen zur Welt. Nicht nur für die Familie war der Tag etwas ganz Besonderes.

„Mit Popo und Füßchen zuerst“

Toprak Mala liegt in optimaler Startposition: Mit dem Kopf voran windet sich der Kleine durch den Geburtskanal und macht seiner 15 Minuten jüngeren Schwester Sare Platz. Die stellt die Ärzte am Marienhospital vor eine kleine Herausforderung. „Der zweite Zwilling kam uns mit Popo und Füßchen zuerst entgegen“, beschreibt Dr. Justine Szymeczek-Speth, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe am Katholischen Klinikum Essen. Für die Gynäkologen am Katholischen Klinikum Essen war die Geburt in Steißlage trotz Seltenheit kein Problem. „Unser Chef, Dr. Martin Schütte, kommt aus einer großen Klinik in Frankfurt am Main. Er hat schon häufig Kindern in Steißlage  auf die Welt geholfen“, sagt Dr. Szymeczek-Speth.

Kreißsaalführungen des Marienhospitals Altenessen

Kreißsaalführungen des Marienhospitals Altenessen

Durch die doppelte Belastung für Gebärmutter und Geburtshals und den höheren Druck komme es bei Zwillingen deutlich häufiger zu Frühgeburten als bei Einlingsgeburten, berichtet die Medizinerin. Darüber hinaus teilten sich beide Zwillinge manchmal einen  Mutterkuchen, was bei einer normalen Geburt zu einer Unterversorgung des zweiten Kindes führen könne. Die sicherere Variante ist in diesem Fall ein Kaiserschnitt. Der ist ebenfalls notwendig, wenn das erste Kind quer liegt oder sich in Steißlage befindet.

Angebote für werdende Mütter und Väter

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„Ich kam mir vor wie ein Scheich“

Bei Necla Mala sprach aus medizinischer Sicht nichts gegen den natürlichen Weg. „Die Schwangerschaft verlief perfekt, die Mutter hat es ganz locker bis zur 39. Woche geschafft und die Kinder waren beide normalgewichtig“, freut sich Dr. Szymeczek-Speth. Papa Burhan Mala richtet ein großes Dankeschön an die Belegschaft des Katholischen Klinikums Essen: „Das war top – eine Riesenleistung.
Ich kam mir vor wie ein Scheich, weil drei Hebammen, Chefarzt, Oberärztin, Narkosearzt und weitere Spezialisten um uns herumstanden und für einen möglichen Notfall bereit waren.“ Die Leitende Oberärztin meint: „Als einzige Zwillingsgeburt im vergangenen Jahr war das auch für uns etwas ganz Besonderes.“

Auch wenn bei anderen Zwillingsmüttern nicht alles so bilderbuchmäßig läuft wie bei Necla Mala, hat Dr. Szymeczek- Speth beruhigende Worte. Durch beste Vorsorgemöglichkeiten und einen besonderen Ultraschall bei Zwillingen könne ein Risiko häufig ausgeschlossen werden. „Wenn doch ein erhöhtes Risiko besteht, können wir direkt einen Kaiserschnitt planen und auch  dann geht zu 99 Prozent alles gut“, so die Ärztin, die findet: „Zwei Kinder im Bauch zu haben, ist ein ganz besonderes Glück.“

Ihre Fachklinik vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. Justine Szymeczek-Speth
Leitende Oberärztin
Fon: 0201 6400 3860
Mail: kreissaal@kk-essen.de

Marienhospital Altenessen
Hospitalstraße 24
45329 Essen