„Wir wollen unbefangen und vertrauensvoll über Probleme sprechen“

Gesund in Essen sprach mit Uli Tonder, Organisator der Selbsthilfegruppe „Angst und Depression“ in Essen-Werden, über die Gruppentreffen als ergänzende Maßnahme zur Therapie von Angststörungen.

Zu welchem Zweck wurde die Gruppe 2010 gegründet?
Die Mitglieder haben in den Treffen die Gelegenheit, unbefangen und vertrauensvoll über ihre Probleme zu sprechen. Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die Öffentlichkeitsarbeit. Zu diesem Zweck werden bei uns öffentliche und kostenlose Vorträge gehalten. Das machen zum Beispiel Leiter oder Oberärzte von psychiatrischen Kliniken, oder auch niedergelassene Psychotherapeuten und Psychiater sowie Referenten aus Organisationen wie zum Beispiel Wiese e.V., Kontakt-und Beratungsstelle aller Essener Selbsthilfegruppen, das Bündnis gegen Depression oder die sogenannten Essener Kontakte. Auch Institutionen wie zum Beispiel das für die Psychiatriekoordination zuständige Gesundheitsamt unserer Stadt stellen sich bei uns vor. Darüber hinaus arbeiten wir mit der Ortspresse zusammen und machen eine Radiosendung im Bürgerfunk bei Radio Essen. An einem Infostand bei der jährlichen Essener Gesundheitsmesse, welche in die Messe „Mode, Heim und Handwerk“ integriert ist, informieren wir alle Interessierten über die Erkrankungen, Unterstützungsmöglichkeiten und unsere Arbeit. Am 30. Mai werden wir auch von 09.00-14.00 Uhr einen Infostand vor dem Werdener Rathaus aufbauen.

Für wen ist die Selbsthilfegruppe gedacht und wann kann man an den Treffen teilnehmen?
Die Gruppentreffen sind sowohl für akut Betroffene als auch für Menschen gedacht, die leidvolle Erfahrungen mit der Krankheit hatten und präventiv mitarbeiten wollen. Vor dem Beitritt zur Gruppe sollte eine vorhergehende Behandlung durch den Arzt oder Therapeuten stattgefunden haben oder eine gleichzeitige Therapie stattfinden. Die Selbsthilfearbeit in unserer Gruppe sollte immer nur als ergänzende Maßnahme stattfinden.

Wie ist die Gruppe organisiert? Wie häufig finden die Treffen statt?
Die Gruppe besteht aktuell aus zwölf aktiven und vier passiven Mitgliedern. Die passiven Mitglieder bekommen noch Infos über den E-Mail-Verteiler oder nehmen an Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit teil, nicht aber an den Gruppentreffen. Die in den Leitlinien empfohlene Zahl von zwölf Teilnehmern möchten wir nicht überschreiten. Da aber nicht alle Mitglieder regelmäßig erscheinen können, würden wir noch 2-3 Interessierte in die Gruppe aufnehmen.
Die Gruppentreffen sind außer an den Vortragstagen jede Woche und dauern maximal zwei Stunden. Die Betroffenen raten, möglichst regelmäßig zu den Abenden zu kommen, da wir auch von Zeit zu Zeit auch ein Thema über mehrere Abende hinwegbesprechen und diskutieren. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl haben wir uns schon vor einigen Jahren in zwei Gruppen aufgeteilt. In der einen Gruppe treffen sich die etwas jüngeren Berufstätigen, in der anderen Gruppe treffen sich die Menschen, die nicht mehr berufstätig sind. Interessenten können sich bei Wiese e.V. melden.

Kontakt:

WIESE e. V.
Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen und Interessierte
Pferdemarkt 5
45127 Essen
Fon: 0201 20 76 76
Mail: selbsthilfe@wiesenetz.de
Web: www.wiesenetz.de
Pferdemarkt 5
45127 Essen