„Wir suchen gute Zuhörer!“

Das Gesund In Essen Team sprach mit Wolfgang Hirsch, Vorsitzender des Förderverein Essener TelefonSeelsorge e.V.

Herr Hirsch, Sie engagieren sich seit knapp 20 Jahren für den Förderverein Essener TelefonSeelsorge. Was ist Ihr größtes Anliegen?

Mein Hauptanliegen ist, dass der ökumenische Verein, den wir 1996 gegründet haben, weiter die beiden Essener Telefonseelsorgestellen finanziell unterstützen kann. Ich kümmere mich mit dem ganzen Vorstand darum, fördernde Mitglieder zu finden, die uns dabei helfen. Wir unterstützen insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit der Telefonseelsorgestellen sowie die qualifizierte Aus- und Weiterbildung der ca. 120 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Stellen. Außerdem gibt unser Verein Zuschüsse zu Fortbildungsveranstaltungen, Seminaren und Vorträgen, die der Fortbildung der ehrenamtlich Tätigen dienen.

Worauf kommt es in den Seelsorgegesprächen am Telefon besonders an?

Die ehrenamtlich Mitarbeitenden sind gute Zuhörer, vertraulich, anonym und vorurteilsfrei. Rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche stehen sie Hilfesuchenden unter den kostenfreien Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 mit Rat und Tat zur Seite. Ob bei Familienangelegenheiten, Krankheit, kulturellen, beruflichen oder seelischen Problemen – die Anrufenden finden in den gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kompetente und verschwiegene Gesprächspartner.Was zeichnet einen guten Mitarbeiter der Telefonseelsorge aus?
Große Anteilnahme, ohne vorschnell zu urteilen, und Einfühlungsvermögen für die Menschen, die in ihrer Not keinen anderen Gesprächspartner finden können. Telefonseelsorger schenken den Anrufenden das Kostbarste, das es heute gibt: Zeit verbunden mit einem offenen Ohr und mitfühlenden Worten. Sie wurden sorgfältig ausgewählt und darauf vorbereitet. Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Konfliktfähigkeit und Motivation sind hier wichtige Themen im Vorfeld.

Wie werden die Telefonseelsorger ausgebildet?

Die Ausbildung nach bundeseinheitlichen Standards mit ca. 120 Ausbildungsstunden umfasst drei Schwerpunkte: Arbeit an der eigenen Person, Gesprächsführung und Sachinformationen zu den Problemfeldern, die für das Telefon wichtig sind. Das sind Themen wie psychische Krankheiten, Krise, Suizid, Schuld, Trauer, Seelsorge und Umgang mit chronischen Belastungen. Der Erfahrungsaustausch untereinander findet in Supervisionsgruppen statt.
Weitere Infos zum Förderverein gibt’s unter www.fets-in-essen.de. Dort erfahren Sie auch Näheres, wenn Sie an einer ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Telefonseelsorge interessiert sind. Möchten Sie in unregelmäßigen Abständen über die Arbeit des Fördervereins informiert werden, so schreiben Sie doch bitte eine E-Mail an foerderverein@telefonseelsorge-essen.de.

 

Förderverein Essener TelefonSeelsorge FETS e.V.
Postfach 10 11 53
45011 Essen
E-Mail foerderverein@telefonseelsorge-essen.de
www.fets-in-essen.de