Von der kirchlichen Jugendarbeit zur Klinikseelsorge: Thomas Derksen ist seit Anfang des Jahres am Katholischen Klinikum Essen tätig. In einer ersten Bilanz spricht er über Ökumene, besondere Herausforderungen in der Psychiatrie-Seelsorge und Prägungen durch seine Heimatgemeinde.

Erfahrungen in der Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde haben Thomas Derksen nachhaltig geprägt. Noch heute erinnert sich der Gelsenkirchener gern an die „beeindruckenden Ordenspriester“, die seinerzeit „großartige Arbeit in diesem Bereich geleistet haben“. Damals setzte sich bei ihm das dringende Bedürfnis fest, später selbst als Seelsorger in der Jugendarbeit tätig zu werden. Der Plan ging nur teilweise auf: Derksen studierte Katholische Theologie, ließ sich zum Pastolalreferenten ausbilden und aufgrund unterschiedlicher Vorerfahrungen in der Arbeit mit kranken Menschen vom Einstieg in die Klinikseelsorge überzeugen. „Je mehr ich in diese Richtung hinein wuchs, desto glücklicher war ich über die Entscheidung“, meint der 52-jährige heute.

Herausforderung Psychiatrie-Seelsorge
Am Katholischen Klinikum Essen konzentriert er sich auf den Bereich Psychiatrie- Seelsorge – für den Pastoralreferenten ein Feld mit ganz besonderen Herausforderungen: „Manche Personengruppen werden von der Gesellschaft stigmatisiert. Nach meiner Wahrnehmung zählen auch psychisch kranke Menschen dazu.“ Umso wichtiger sei es ihm, in Gesprächen das richtige Gespür zu finden. Derksen achte auf einen respektvollen Umgang: wertschätzend, empathisch, aber auch abgrenzend, um die notwendige professionelle Distanz zu wahren. Gleichzeitig forciert der Seelsorger eine gute Zusammenarbeit und detaillierte Abstimmungen mit Ärzten, Therapeuten und Pflegenden aus der Psychiatrie. Weil dort – anders als in anderen medizinischen Bereichen – viele therapeutische Gespräche geführt würden, müsse klar die Grenze zur Seelsorge gezogen werden. „Wenn Patienten mich fragen, ob sie mit mir Dinge besprechen könnten, über die sie mit anderen nicht reden, bin ich manchmal in einer schwierigen Situation“, räumt der unter Schweigepflicht stehende Klinikseelsorger ein. „Ich bin kein Psychotherapeut“, sagt er und versucht zu vermeiden, „dass Themen in das Seelsorgegespräch verlagert werden, die eigentlich in den Bereich der Therapie gehören.“ Wesentliches Merkmal der Seelsorge ist für ihn die Spiritualität. So spricht er nicht nur mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern über ihre Ängste, Sorgen und Krisen, sondern verknüpft diese Gespräche unter Umständen auch mit Gebet, Gottesdienst und Ritualen.

Thomas Derksen, Pastoralreferent

Thomas Derksen, Pastoralreferent

Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen
Das Klientel am Katholischen Klinikum Essen sei – wie in jedem anderen Krankenhaus auch – bunt gemischt. „Auf den Stationen begegnen Ihnen Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen: von evangelisch über katholisch bis hin zu atheistisch“, erzählt der Pastoralreferent. Dabei spiele die Konfession des jeweiligen Seelsorgers häufig keine so große Rolle, wenn es darum gehe, einfach mal mit jemandem zu reden. Er habe auch schon mit evangelischen Patienten gebetet, wenn es sich aus der Situation heraus ergeben habe. Die Zusammenarbeit zwischen der evangelischen und der katholischen Klinikseelsorge beschreibt Derksen als unkompliziert: „Wir tauschen uns untereinander aus und springen schon mal füreinander ein, wenn es nötig ist.“ Zum Teil würden auch Gottesdienste ökumenisch gefeiert.

 

 

Ihre Seelsorge vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Seelsorge
Thomas Derksen
Pastoralreferent

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Mail: t.derksen@kk-essen.de