Was bedeutet Mitmenschlichkeit für… Heinrich Reinisch?

Für unsere Serie “Was bedeutet Mitmenschlichkeit für…” sprach das Gesund In Essen Team mit Heinrich Reinisch. Herr Reinisch ist Krankenpfleger im Marienhospital Altenessen.

Was bedeutet Mitmenschlichkeit für Sie?
Also, ich bin sehr für Mitmenschlichkeit und einen freundlichen aber auch bestimmten Umgang untereinander. Ich möchte es mit den Worten unseres lieben Papstes Francesco ausdrücken, der es beim Ostersegen auf den Punkt gebracht hat: Nicht auf sein Gegenüber herunterschauen, auch mal hinaufblicken und dadurch die Person erheben, ohne sich selbst zu erniedrigen. Ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe wäre ideal. Dazu gehört selbstverständlich zur Mittagszeit der freundliche Gruß: „Mahlzeit“, über dessen Ursprung ich mir schon lange Gedanken gemacht habe.

Wie erleben Sie Mitmenschlichkeit am Katholischen Klinikum Essen?

Es hat sich in den letzten Jahren im allgemeinen Umgangston viel gebessert – obwohl es früher auch kein „sprichwörtliches Hauen-und-Stechen“ gab. Die gemeinsame Erarbeitung des Leitbildes, bei der jeder Mitarbeiter seine Ideen und Vorstellungen vorschlagen konnte, haben den Anfang eines Paradigmenwechsels in der Unternehmensführung und im Bezug auf das Mitspracherecht eines jeden Mitarbeiters ausgelöst. Ich verweise zusätzlich auf das `betriebliche Vorschlagwesen`. Die Bildung vieler Arbeitsgruppen und – Kreise sehe ich als weiteres Werkzeug zur Einbindung aller Mitarbeiter, zum Kennenlernen, zur Entdeckung gemeinsamer Interessen und zur Vertrauensbildung. Weiter geht´s mit den außerklinischen Freizeitaktivitäten: Fahrrad- und Mopedausflüge, Golfturnier, BSV-Fußball, usw. – und damit hört es noch nicht auf. Vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung bei der BAWIG, die kostenlos für uns sind, über diverse Kurse zur Gesundheitsfürsorge von Frau Grasshoff bis zur Betriebsversammlung, bei der die Ziele erörtert werden und jeder seine Meinung äußern kann, auch wenn sie das Geschehen mal nicht beeinflusst. Niemand muß Repressalien befürchten, selbst wenn er sich kritisch äußert und hinterfragt.Bezogen auf den persönlichen Umgang zwischen Mitarbeitern oder Patienten und Angehörigen kann es schon mal Irritationen im Alltagsstress geben, davon möchte ich mich selbst gar nicht freisprechen. Aber das kann man bestenfalls alles wieder klarstellen. Der Klinikknigge hilft. Im schlimmsten Falle würden die Kollegen helfen, die MAV – wir haben einen Mobbingbeauftragten und ein gut organisiertes Beschwerdemanagement. Zu erwähnen sind noch die Patientenfürsprecher, die stets Ansprechpartner für unsere Patienten, die sich auf irgendeine Art schlecht behandelt fühlen, sind.
Das Thema Mitmenschlichkeit wird bei uns also sehr groß geschrieben und ist aus verschiedenen Blickrichtungen gut organisiert. Wir sind alle nicht ständig kleine Engelein – wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein.In diesem Sinne, Mahlzeit und liebe Grüße, Heinrich Reinisch