Gesundheitschecks: Ärzte und Krankenkassen raten aus gutem Grund zu Vorsorgeuntersuchungen.

Was Patienten zu diesem Thema wissen sollten und wann welche Untersuchungen ratsam sind, zeigt „Gesund in Essen“ in einem Vorsorge- Spezial. 

Herzinfarkt vorbeugen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Vorhofflimmern zählen laut Statistischem Bundesamt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Mit einer gesunden Lebensweise, regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung, Entspannungspausen und Verzicht auf Rauchen kann das Risiko verringert werden. Darüber hinaus sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Die Krankenkasse übernimmt für Männer und Frauen ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre einen umfassenden Gesundheitscheck. Dabei wird mit einem EKG und Belastungs-EKG, Gesprächen über die familiäre Vorbelastung und mit spezifischen Labortests das eigene Risikoprofil bestimmt. Wie hoch sind die Cholesterinwerte? Gibt es Anhalt für einen Diabetes? Liegt ein Bluthochdruck vor? Haben nahe Angehörige in jungen Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten?

Frauengesundheit: Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs
Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen speziell für Frauen sind die jährliche Gebärmutterhalskrebsvorsorge ab zwanzig sowie die Brustkrebsvorsorge. Begonnen wird letztere ab dreißig Jahren mit einer jährlichen Tastuntersuchung zur Brustdrüsenkrebsvorsorge. Ab dem 50. Lebensjahr wird die Mammografie als Reihen-Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs und dessen Vorstufen empfohlen. Die Einladung zu der Röntgen-Untersuchung erfolgt automatisch. Die Kosten werden von der Krankenversicherung getragen. Zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge rät Dr. Justine Speth, Leitende Oberärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Katholischen Klinikum Essen, bereits für Mädchen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren eine Impfung gegen die weit verbreiteten Humanen Papillomaviren (HPV): „Die übertragen sich über Geschlechtsverkehr und sind in ganz vielen Fällen für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Deshalb ist die Impfung bereits in jungen Jahren so wichtig.“

Männergesundheit: Einmal im Jahr zur Prostatakrebsvorsorge
Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung von Männern – und besonders tückisch. Bemerkbar macht sich der Tumor nämlich erst, wenn es schon (fast) zu spät ist. „Deshalb sind die urologischen Vorsorgeuntersuchungen so wichtig“, betont Prof. Dr. Robert Wammack, Leitender Arzt der Klinik für Urologie und Neurourologie am Katholischen Klinikum Essen. Dazu zähle nicht nur die Früherkennung von Prostatakrebs, sondern auch von Hodenkrebs und bei beiden Geschlechtern von Blasenkrebs und Nierenkrebs. Aus medizinischer Sicht sinnvoll ist laut Prof. Dr. Wammack allerdings weit mehr, als das von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Vorsorgeangebot. Mit einem jährlichen Abtasten der Prostata, das für Männer ab 45 Jahren empfohlen wird, können dem Mediziner zufolge nur fünf bis zehn Prozent der vorhandenen Prostatakarzinome erkannt werden. Die Kombination aus Ultraschall, Dopplersonographie und Elastographie sowie bestimmte Laboruntersuchungen ermöglichten ein deutlich besseres Ergebnis. Gemeinsam mit MRT-Untersuchungen könnten somit weit mehr als neunzig Prozent der Prostatakarzinome frühzeitig entdeckt werden. „Damit können ernsthafte Krankheiten früh genug erkannt und letztlich Leben gerettet werden.“

MVZ: Darmkrebs vorbeugen
Ab fünfzig Jahren sollten sowohl Männer als auch Frauen regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge gehen. Beim Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen wird der Stuhl auf verstecktes, für das bloße Auge nicht sichtbares Blut untersucht. Ist der Test auffällig, werden die Patienten zur Darmspiegelung beispielsweise an das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Essen Borbeck überwiesen. Ab 55 Jahren besteht die Darmkrebsvorsorge direkt aus einer Darmspiegelung, ohne den Umweg über den Stuhltest. „Ab 55 Jahren können Patienten ohne auffälligen Stuhltest direkt zur Vorsorge- Darmspiegelung zu uns überwiesen werden“, sagt Dr. Christiane Arnold, Leiterin des Medizinischen Versorgungszentrums in Essen und rät: „Das sollten sie auch unbedingt wahrnehmen, da die Koloskopie eine deutlich sicherere Methode zur Darmkrebsvorsorge ist als der Stuhltest.“