• Ein Profilbild von Prof. Dr. Birgit Hailer

„Vor allem ältere Menschen sind betroffen“

Gesund in Essen sprach mit Prof. Dr. Birgit Hailer, Fachärztin für Innere Medizin und Chefärztin der Medizinischen Klinik II für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Philippusstift und am St. Vincenz Krankenhaus des Katholischen Klinikums Essen, über die Diagnose von Herzrhythmusstörungen und Ihre Kooperation mit dem Grönemeyer Institut.

Frau Prof. Hailer, können Herzrhythmusstörungen Symptom einer ernsten Erkrankung sein?
Jeder Mensch hat Unregelmäßigkeiten des Herzschlages – häufig, ohne es zu merken. Die Grenze zwischen harmlosen und lebensbedrohlichen Störungen ist jedoch fließend. Dies frühzeitig erkennen und exakt diagnostizieren kann nur ein Internist oder Kardiologe. Schwindel, Atemnot, Herzrasen, innere Unruhe oder gar Bewusstlosigkeit – wer wiederholt diese Symptome aufweist, sollte schnell zum Herz-Check beim Kardiologen.Welche Herzfrequenz gilt als normal?
Werte zwischen 60 und 90 Schlägen pro Minute, und bei sportlich Aktiven zwischen 40 und 50, gelten als normal. Seelische und körperliche Anspannungen lassen den Puls auch mal auf 160 an-steigen. Die häufigste Herzrhythmusstörung und zugleich eine ernstzunehmende Krankheit ist das sogenannte Vorhofflimmern.

Wann wird es denn gefährlich?
Beim Vorhofflimmern fällt der eigentliche Taktgeber des Herzens, der sog. Sinusknoten aus, in den Vorkammern entsteht ein elektrisches Chaos, das sogenannte Vorhofflimmern. Dadurch wird der Herzschlag unregelmäßig und meist schnell mit mehr als 100 Schlägen in der Minute. Die Flussge-schwindigkeit des Blutes verlangsamt sich durch dieses Flimmern in den Vorhöfen. Dadurch kann das Blut leichter gerinnen, Blutgerinnsel können in den Blutkreislauf gelangen. Patienten mit Vor-hofflimmern haben deshalb ein bis zu fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Und was sind die Ursachen dieser gefährlichen Herzrhythmusstörung?
Oft ist das Vorhofflimmern die Folge von Bluthochdruck, einer koronaren Herzkrankheit oder Herzklappenfehlern. Auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann sich negativ auf den Herzschlag auswirken. Es ist aber auch eine altersabhängige Erkrankung, ohne dass eine strukturelle Erkrankung des Herzens vorliegen muss. So sind vor allem ältere Menschen davon betroffen. Es ist sehr wichtig, die Herzrhythmusstörung vor dem Auftreten des ersten Schlaganfalls zu erkennen, um frühzeitig und präventiv mit einer wirksamen Therapie beginnen zu können.

Prävention, Diagnostik und Verlaufskontrolle von Herz-Kreislauferkrankungen stehen auch im Mittelpunkt der Arbeit des Grönemeyer Instituts, mit dem die Medizinische Klinik II eng kooperiert. Wie sieht diese Zusammenarbeit in der Praxis aus?
Das Grönemeyer Institut bietet an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidenden Patienten eine umfang-reiche, interdisziplinäre Diagnostik sowie Verlaufskontrolle. Sind invasive, also operative Behand-lungen erforderlich werden, schickt das Institut die Herzpatienten zu uns ans Philippusstift, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren aufs Beste bewährt, wie uns zufriedene Patienten immer wieder bestätigen.

Über das Grönemeyer Institut
Grönemeyer Institut für Mikrotherapie: Herz-Kreislauf-Erkrankungen diagnostizieren und ambulant behandeln
Das Grönemeyer Institut für Mikrotherapie erweitert und ergänzt mit seinem Angebot das diagnos-tische Spektrum der niedergelassenen Kardiologen, Internisten und Hausärzte. Dank umfangreicher, interdisziplinärer Diagnostik kann in der Abteilung für Herz- und Kreislaufmedizin ein fundierter, ambulanter Check auf kardiologische Erkrankungen erfolgen. Die Abteilung für Herz- und Kreis-laufmedizin setzt zur Diagnose alle modernen nicht-invasiven Verfahren ein – vom EKG bis zur Kardio-Kernspintomographie (MRT) und Kardio-Computertomographie (CT). Ist eine stationäre Aufnahme oder eine ambulante Untersuchung in einer Spezialklinik erforderlich, wird dank der engen Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik II im Katholischen Klinikum Essen eine ex-zellente Versorgung auch im stationären Bereich garantiert.

Kontakt:
Grönemeyer Institut für Mikrotherapie
Universitätsstraße 142
44799 Bochum
Fon: 0234 9780-0
Mail: info@groenemeyer.com