Unverzichtbar: Dr. Tarek Azhari ist als Leiter der Radiologie am Onkologischen Zentrum des Katholischen Klinikums Essen einer der wichtigsten Männer im Hintergrund. Bei der Entscheidung für die richtige Therapie orientieren sich Ärzte vor allem an diagnostischen Bildern der Radiologie. Die hochmoderne Technik reicht vom Röntgen über Computertomographie bis hin zur detaillierten Kernspintomographie. Auch therapeutisch hat Dr. Azhari oft im Rahmen eines komplexen Behandlungskonzepts noch ein Ass im Ärmel.

Welchen Part haben Sie am Onkologischen Zentrum?
Dr. Tarek Azhari: Die Radiologie übernimmt im Wesentlichen den diagnostischen Teil der Zusammenarbeit. Wir machen die Bildgebung, um zu zeigen, wie fortgeschritten lokale Tumore sind, ob sie gestreut haben und falls ja, an welchen Stellen. Damit beeinflussen wir die Therapie. Die halbe Leber zu entfernen, macht wenig Sinn, wenn der Patient auch noch zahlreiche Metastasen im Kopf hat.

Welches sind die wichtigsten Methoden zur Diagnose?
Dr. Tarek Azhari: Unser Arbeitspferd ist die Computertomographie. Damit können wir in einer Untersuchung den ganzen Rumpf begutachten. Für speziellere Analysen, wenn wir  beispielsweise Leberherde genauer abklären wollen, eignet sich die Kernspintomographie. Mithilfe von speziellen Kontrastmitteln können wir kleinste Veränderungen detailliert nachweisen und differenzieren. Auch bei Untersuchungen des Kopfes ist die Kernspintomographie überlegen. Je nach Fragestellung entscheiden wir uns also für die richtige Methode. Neben den genannten stehen uns für die Diagnose alle weiteren üblichen radiologischen Verfahren zur Verfügung.

Sie beherrschen auch interventionelle Diagnostik. Was ist darunter zu verstehen?
Dr. Tarek Azhari: Bei der interventionellen Diagnostik wird der Patient bildgesteuert biopsiert. Dazu stechen wir mit einer Biopsie-Nadel unter ständiger Kontrolle per Computertomographie in den Tumorherd. Mit diesem Verfahren können wir überall im Körper Herde punktieren und Gewebe entnehmen. Das Material geben wir an die Pathologie weiter, die prüft, welche Gewebe bzw. Tumorart vorliegt.

Gibt es auch interventionelle Möglichkeiten zur Therapie?
Dr. Tarek Azhari: Dazu stehen uns verschiedene Verfahren auf thermischer und chemischer Basis zur Verfügung. Mit hochfrequentem elektrischen Strom können wir Tumorherde verkochen. Das ist eine gute Alternative zur Operation. Beispielsweise, wenn Lebermetastasen so gelegen sind, dass eine operative Entfernung nicht möglich ist oder der Allgemeinzustand des Patienten eine Operation nicht erlaubt. Nachteil ist allerdings, dass wir dann kein Gewebe zur Untersuchung an die Pathologie schicken können. Eine weitere Möglichkeit ist es, angiographisch eine gezielte Chemotherapie durchzuführen. Wir dringen mit einem kleinen Schlauch durch die einzelnen Arterien bis zum Tumor vor und geben ein hochkonzentriertes Chemotherapeutikum. Außerdem werden die tumorversorgenden Blutgefäße verschlossen. Dies führt in vielen Fällen zu einem Stillstand des Tumorwachstums oder auch zu einer Verkleinerung des Herdes. Viele Patienten mit einem fortgeschrittenen, mit anderen Methoden nicht mehr therapierbaren Befund haben danach noch Jahre mit guter Lebensqualität verbracht.

Ihre Fachklinik vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Radiologische Klinik I – Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Dr. Tarek Azhari
Leitender Arzt
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