GesundInEssen.de sprach mit Dr. Tarek Azhari, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie über Durchblutungsstörungen. Der Facharzt für Diagnostische Radiologie erklärt, wie Gefäßverschlüsse diagnostiziert und behandlelt werden.

Herr Dr. Azhari, die Schaufensterkrankheit ist eine der bekanntesten Durchblutungsstörungen.
Bei der Schaufensterkrankheit sind die Schlagadern in den Beinen verengt. Die Verengung verhindert, dass bei Bewegung mehr Blut durch die Arterien gepumpt werden kann, um den erhöhten Sauerstoffbedarf der Muskeln zu decken. Diese Mangelversorgung führt zu starken Schmerzen, die erst nachlassen, wenn die Belastung wieder gesunken ist. Deshalb nennt man diese Erkrankung Schaufensterkrankheit: Die Patienten bleiben oft stehen, damit die Schmerzen abklingen und tun so, als würden sie einen Schaufensterbummel machen.

Gefäßverengungen können überall im Körper auftreten…
Ja, das ist richtig. Gefäßverengungen sind eines der häufigsten gesundheitlichen Probleme. Der Sammelbegriff für alle Erkrankungen, die mit Gefäßverengungen und Gefäßverschlüssen einhergehen lautet „Arterielle Verschlußkrankheit“ (AVK) ist. Die Ursache für Gefäßverengungen ist häufig eine Arteriosklerose, auch Atherosklerose oder im Volksmund „Arterienverkalkung“ genannt. Gefäßverengungen lassen sich allerdings oft minimalinvasiv, also durch wirklich kleine Schnitte und Körperöffnungen, erfolgreich behandeln – wenn sie frühzeitig diagnostiziert werden. In den meisten Fällen ist dafür zunächst eine arterielle Blutgefäßdarstellung erforderlich.

Wie laufen solche Eingriffe ab?
Bei einer Gefäßdarstellung wird dem Patient ein Kontrastmittel gespritzt, welches die Gefäße in einer Computertomographie oder Kernspintomographie sichtbar macht. Bei diesen Untersuchungen kann der Arzt feststellen, ob eine Gefäßverengung vorliegt. Soll das Gefäß direkt behandelt werden, wendet der Arzt die Angiografie an. Dafür wird ein Katheter, also ein kleiner Schlauch, in das Blutgefäß eingeführt, über den anschließend Medikamente oder Behandlungsgeräte eingeführt werden, um das Gefäß wieder zu öffnen.

Es gibt viele Menschen, die gegen das jodhaltige Kontrastmittel allergisch reagieren. Wie führen Sie bei diesen Patienten eine Gefäßdarstellung durch?
Wir verfügen am Katholischen Klinikum Essen über ein Angiographiegerät der neuesten Generation. Zum einen bietet es eine hervorragende Bildqualität bei sehr niedriger Strahlenbelastung. Zum anderen verfügt es über die Möglichkeit, bei Allergien gegen das jodhaltige Kontrastmittel oder bei Funktionseinschränkungen der Nieren auf CO2 als Kontrastmittel zurück zu greifen. Diese wichtige Alternative gibt es nur an wenigen Standorten.

Vielen Dank für das Gespräch, Dr. Azhari. Ihr Gesund In Essen Team.
Essen, 05.11.2014