Vierter wichtiger Baustein des Onkologischen Zentrums ist die Gynäkologie, die am Katholischen Klinikum Essen eine umfassende Therapie gynäkologischer Krebserkrankungen aus einer Hand anbietet – von der Diagnose über die Therapie bis zur ästhetischen Rekonstruktion. Wie die Therapie erfolgt, berichtet Dr. Martin Schütte, Leitender Arzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Welchen Part übernimmt die Gynäkologie am Onkologischen Zentrum?
Dr. Martin Schütte: Wir behandeln Tumorerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und der Brust. Beides sowohl operativ als auch konservativ mit Chemotherapie, Hormontherapie oder einer Antikörpertherapie. Dabei beschäftigen wir uns mit der Tumorbekämpfung, sorgen aber auch für Schadensbegrenzung. So rekonstruieren wir verloren gegangene Organe, zum Beispiel die Brust, und richten sie ästhetisch wieder her.

Welche gynäkologischen Krebserkrankungen kommen am häufigsten vor?
Dr. Martin Schütte: Brustkrebs ist bei weitem die häufigste gynäkologische Krebserkrankung, gefolgt von Tumoren der Gebärmutter und Eierstockkrebs. Eierstockkrebs ist dabei besonders problematisch, weil er am häufigsten zum Tod führt.

Wie werden sie therapiert?
Dr. Martin Schütte: Eierstockkrebs ist mit einer langen, akribischen Operation zu entfernen, häufig wird sie interdisziplinär mit der Viszeralchirurgie durchgeführt. Danach folgt eine Systemtherapie, also Chemotherapie oft in Kombination mit Antikörpern (Immunstoffen). Tumore haben krankhafte genetische „Strickmuster“. Erkennt man sie, lassen sich die einzelnen Typen gut mit bestimmten Substanzen behandeln. Patienten leben dadurch heute deutlich länger als früher.

Analog zum Eierstockkrebs neigt auch Brustkrebs dazu, sich auszubreiten. Allerdings sind seine Metastasen meist nur schwer operativ zu entfernen. Die Therapie erfolgt deshalb in der Regel systemisch, zum Beispiel durch eine Chemotherapie teilweise in Kombination mit einer Antikörpertherapie. Früher sind Patientinnen mit sehr aggressivem Brustkrebs nach relativ kurzer Zeit gestorben, heute leben sie mit der gleichen Diagnose teils noch 15, 16 Jahre und auch dauerhaft weiter.

Besonders in der Therapie von Brustkrebs und Eierstockkrebs hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten Enormes getan. Lange haben wir auf Früherkennung gesetzt. Heute wissen wir: Todesfälle lassen sich bei Brust- und Eierstockkrebs vor allem durch die richtige Kategorisierung und eine adäquate zielgerichtete Therapie verhindern. Dazu gehören operative Eingriffe, aber auch eine Systemtherapie.

Wie werden Tumore der Gebärmutter behandelt?
Dr. Martin Schütte: Bei Gebärmutterhalskrebs spielt die Früherkennung eine sehr große Rolle. Damit können wir verhindern, dass der Krebs überhaupt entsteht. Weil Gebärmutterhalskrebs zumeist viral bedingt ist, kann man ihn oft schon durch eine Impfung verhindern. Das wird leider aber noch viel zu selten gemacht. Betroffen sind überwiegend junge Frauen, während Tumore der Gebärmutterschleimhaut eher ältere treffen. Dafür gibt es keine Prävention. Hier ist in den allermeisten Situationen die Operation der richtige Weg, mit dem etwa 85 Prozent der Fälle geheilt werden. Bei besonders aggressiven Zellen kombiniert mit Chemotherapie und Bestrahlung.

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