Prof. Dr. Jörg van Schoonhoven ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Im Interview klärt er auf über Risiko-Sportarten, Gefahren des Trampolinspringens und neue Behandlungswege.

Wodurch entstehen die schwersten Handgelenksverletzungen?
Prof. Dr. Jörg van Schoonhoven: Prädestiniert für schwere Verletzungen mit Knochenbrüchen in Kombination mit Bandverletzungen und Verrenkungen sind im Winter Snowboard fahren und im Sommer Mountainbike fahren.

Wie häufig wird das Handgelenk im Vergleich zu anderen Gelenken operiert?
Prof. Dr. Jörg van Schoonhoven: Speichenbrüche im Handgelenk sind bei Brüchen die häufigste oder zweithäufigste Verletzung, ganz besonders bei älteren Patienten.

Können Sie bestätigen, dass die Zahl gebrochener Handgelenke zunimmt, weil inzwischen in fast jedem Garten ein Trampolin steht?
Prof. Dr. Jörg van Schoonhoven: Sicher gibt es viele Verletzungen bei Kindern: beim Fußballspielen, beim Sturz vom Pferd – eine Steigerung durch Trampoline im Garten stelle ich aber nicht fest. Das Risiko beim Trampolin ist nicht, dass mehr Verletzungen entstehen, sondern dass sie schwerer sind als sonst beim Sport.

Welche neuen Behandlungsmethoden gibt es?
Prof. Dr. Jörg van Schoonhoven: Die Tendenz geht hin zu möglichst kleinen OP-Zugängen mit geringen Vernarbungen, Verklebungen und Bewegungseinschränkungen. Heutzutage werden auch komplexe Verletzungen wie Speichen-Trümmerbrüche per Arthroskopie operiert.