Stefanie Woerns ist Vorstandsmitglied der Stiftung Gesundheit und seit 2007 bei der Stiftung tätig. Im Interview stellt sie deren Ziele und Aufgaben vor.

Frau Woerns, die Stiftung Gesundheit möchte unabhängige werbefreie Informationen über die Medizin in Deutschland bringen – wie macht sie das konkret?
Frau Woerns: Das stimmt. Unsere Aufgabe ist es, und das nun schon seit 20 Jahren, mehr Transparenz im Gesundheitswesen zu schaffen, und dabei aber praktische Orientierungshilfe zu bieten. Und genau dafür haben wir unsere Satzungszwecke: Zum einen ist dies die Arzt-Auskunft – das deutschlandweite Verzeichnis sämtlicher medizinischer Leistungserbringer. Patienten können so einen Arzt konkret nach ihrem Leidensdruck und persönlichen Präferenzen suchen – also z.B. den Spezialisten für Migräne, oder einen Zahnarzt, der sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert hat.

Zum anderen zertifizieren wir seit vielen Jahren gesundheitsbezogene Publikationen – in den ersten Jahren nur im Printbereich, inzwischen aber auch Hörbücher, Webseiten und ganz neu seit diesem Jahr eLearning-Anwendungen. Oberstes Gebot ist auch hier, dass der Verbraucher auf einen Blick erkennen kann, dass die Inhalte der Publikation verlässlich und verständlich sind und für die jeweilige Zielgruppe angemessen.

Der dritte Satzungszweck ist die jährliche Verleihung des Publizistik-Preises – hier werden besonders wertvolle Beiträge aus dem Bereich Medizinjournalismus ausgezeichnet, die in hervorragender Weise gesundheitliches Wissen in anschaulicher Weise vermitteln und transparent darstellen – genau nach unserem Anspruch „Wissen ist die beste Medizin“.

Darüber hinaus machen wir noch sehr viel mehr um unsere Satzungszwecke herum – so engagieren wir uns beispielsweise gemeinsam mit unserer Fördergemeinschaft dafür, dass auch Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen Zugang zur medizinischen Versorgung haben mit unserem Projekt „Barrierefreie Praxis“. Unser Wissen teilen wir über unseren Blog, Presseinformationen und die allseits beliebten Social Media Kanäle.

Wenn Menschen einen Arzt suchen, „googeln“ sie heutzutage. Welchen Vorteil bietet die Arzt-Auskunft auf der Internetseite der Stiftung Gesundheit im Vergleich zur normalen Suchanfrage im Internet?

Frau Woerns: Die Arzt-Auskunft bietet einfach die Möglichkeit, direkt nach Diagnose- und Therapieschwerpunkten zu suchen. Also den Spezialisten für Wirbelsäulenerkrankungen, aber auch den Radiologen mit dem neusten MRT. Zusätzlich kann man bei uns nach einer Vielzahl weiterer Kriterien einen Arzt suchen – seien es Sprechzeiten nach 18 Uhr, einer Praxis, die auch für Menschen mit einer Sehbehinderung gut auffindbar ist, oder eine Praxis, bei der ich meine Termine online vereinbaren kann. Kurzum: Bei der Arzt-Auskunft findet so gut wie jeder Nutzer genau den Arzt, der seine Ansprüche erfüllt. Und selbst für Menschen die keinen Internetzugang haben, bieten wir seit 20 Jahren eine kostenfreie telefonische Auskunft an. Die Arzt-Auskunft wird auch von einer Vielzahl von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen genutzt – entweder direkt als Serviceinstrument auf deren Homepages – oder intern, um die jeweiligen Kunden bei der Spezialisten-Suche zu unterstützen. Und das alles übrigens werbefrei und unabhängig.

„Wissen ist die beste Medizin“ – der Slogan der Stiftung Gesundheit könnte auch für die Patientenhochschule am Katholischen Klinikum Essen stehen, die medizinisches Hintergrundwissen kostenfrei an interessierte Bürgerinnen und Bürger vermittelt. Wie bewerten Sie das Angebot der Patientenhochschule?

Frau Woerns: Ich finde es wichtig und richtig, dass es die Patientenhochschule in Essen gibt. Die Zeiten, dass der Patient duldend hinnimmt, was der Arzt sagt, sind einfach vorbei. Arzt und Patient sollten einen Dialog führen können. Die Patientenhochschule unterstützt die Bürger dabei auf diesem Weg. Das wird den Arztberuf nicht schmälern – aber in den letzten Jahren hat sich, auch durch die Digitalisierung, vieles verändert, und Patienten informieren sich heute bereits schon vor dem Arzttermin über eine mögliche Krankheit. Da halte ich persönlich es für sehr wichtig, dass Patienten bzw. Bürgern vermittelt wird, dass nicht alle Informationen, die man im Netz so findet, automatisch gut bzw. richtig sind. Und auch, dass der Arzt nicht überflüssig ist, denn dieser ist immer noch der Spezialist auf seinem jeweiligen Fachgebiet. Das Gesundheitswesen in Deutschland ist mit seinen ständigen Veränderungen schon für ausgewiesene Spezialisten ein kaum durchdringbarer Dschungel – umso wertvoller, wenn es Initiativen wie die Patientenhochschule gibt, die dabei unterstützen, dass auch der Laie künftig nicht vom Weg abkommt.

 

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