Raus aus der Reha, zurück in den Alltag? Viele Schlaganfallpatienten fallen in der Zeit nach der Reha in ein tiefes Loch. Aloys Slabbers, 1. Vorsitzender der Schlaganfall Selbsthilfe Essen e.V., erzählt, warum er 2009 die Selbsthilfegruppe gegründet hat und wie diese Betroffene tatkräftig unterstützt.

Herr Slabbers, das Motto Ihrer Selbsthilfegruppe lautet „Menschen für Menschen“ – was heißt das konkret?

Aloys Slabbers: Ich bin selbst Betroffener und möchte anderen Betroffenen und deren Angehörigen helfen. Aus diesem Grunde habe ich 2009 eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, die aktuell 25 Mitglieder hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schrecklich das ist, wenn man aus der Reha kommt und in ein tiefes Loch fällt. Es ist zunächst niemand da, der einem hilft. Der Betroffene weiß nicht, wie es weitergeht. Doch es geht weiter. Und genau das versuchen wir Betroffenen zu vermitteln. Wir helfen, indem wir beispielsweise regelmäßig Ärzte und Therapeuten einladen, die über weitere Therapiemaßnahmen berichten. Manche Betroffene wissen nicht, dass der behandelnde Neurologe durchaus weitere Therapien verordnen kann. Wir informieren, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Darüber hinaus sind wir ganz einfach füreinander da, hören zu, machen uns gegenseitig Mut. Menschen für Menschen eben.

Aloys Slabbers, 1. Vorsitzender der Schlaganfall Selbsthilfe Essen e.V.

Aloys Slabbers, 1. Vorsitzender der Schlaganfall Selbsthilfe Essen e.V.

Unterstützen Sie Ihre Mitglieder im Umgang mit Krankenkassen?

Aloys Slabbers: Ja, und das mit Nachdruck. Meiner Erfahrung nach lehnen die Krankenkassen Therapieanträge von Patienten erst einmal ab – und über 90 % der Betroffenen belassen es dann dabei. Wir gehen aktiv auf die Krankenkassen zu und unterstützen unsere Mitglieder bei Therapieanträgen.

Wie findet der Austausch zwischen den Mitgliedern statt?

Aloys Slabbers: Zunächst einmal findet jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat ein Treffen statt. Ich biete jedem Betroffenen allerdings auch die Möglichkeit, vorab ein Gespräch unter vier Augen zu führen – denn nicht jeder ist gleich dazu in der Lage, sich der Gruppe anzuschließen. Deshalb nehme ich mir gerne die Zeit und erkläre jedem, der sich uns anschließen möchte, was ihn erwartet und wie wir ihm helfen können. Ich gebe zu, es kostet ein wenig Überwindung, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Meiner Erfahrung nach ist es aber so: Wenn jemand neu in die Gruppe kommt und seine Geschichte zum ersten Mal den anderen Mitgliedern erzählt hat – das befreit ungemein. Das ist eine richtig tolle Sache.

Schlaganfall Selbsthilfe Essen e.V.
Aloys Slabbers
Petzelsberg 48
45259 Essen

Tel. 0201 466528
E-Mail: a-slabbers@arcor.de
Internet: www.schlaganfall-selbsthilfe-essen.de