Kaltes und nasses Wetter kann Gift für Rheumakranke sein. Jede Bewegung schmerzt, die Gelenke fühlen sich steif an, der Stoffwechsel verlangsamt sich durch den Kältereiz. Im Winter fehlt vor allem die Sonne, die sehr lindernd bei Rheuma wirkt. Sich zuhause zu verkriechen, ist jetzt trotzdem nicht die richtige Strategie, sagt Norbert Jung von der Deutschen Rheuma-Liga in Essen.

Er geht regelmäßig spazieren und einmal in der Woche zur Gymnastik und zum Schwimmen. „Bewegung hilft entgegen der verbreiteten Meinung zuverlässig, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen“, sagt Norbert Jung, der selbst seit über 30 Jahren an der Krankheit leidet.

Mit Rheuma in Bewegung bleiben
Für Rheumakranke empfiehlt er besonders gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik, Tanzen oder Walking. Auch ärztlich verschriebenes Training und Krankengymnastik passen gut in den Winter. „Vor allem bei akuten Rheumaschüben fällt es schwer sich zu bewegen, aber gerade dann ist die Bewegung hilfreich und lindernd“, sagt Norbert Jung. Auch neue Studien belegen: Bewegung wirkt sich positiv auf rheumatische Gelenkversteifungen aus, verhindert den muskulären Abbau und stärkt die Knochen. Starke Muskeln entlasten die beanspruchten Gelenke.

Das Schneeballphänomen
Einen kurzen Spaziergang sollte man täglich während der kalten Jahreszeit machen, empfiehlt Norbert Jung. Mit wenigen Tricks lässt sich auch dem sogenannten Schneeballphänomen entgegen wirken. Rheumakranke kennen das: Die Hände fühlen sich in der Kälte schnell eisig und starr an, werden dann oft heiß und rot. Voraussetzung für jeden Spaziergang im Winter ist deshalb warme, winddichte Kleidung, starke Kältereize sollten vermieden werden. Wer Fingerarthrose hat, trägt am besten gut geschützte Handschuhe. Vor dem Ausflug in die Kälte kann es außerdem beruhigend wirken, einen Schwamm in einer Schüssel mit warmem Wasser durchzukneten. Das kurbelt die Durchblutung an und beugt dem Schmerz vieler Rheumapatienten vor.

Über die Rheuma-Liga
Die Rheuma-Liga ist ein Verein, der in erster Linie Ansprechpartner für alle Menschen ist, die an Rheuma erkrankt sind. Vor allem Patienten, die die Diagnose Rheuma gerade erst erhalten haben, haben hier einen wichtigen Ansprechpartner: Bei der Rheuma-Liga erhalten sie Informationen zu Ärzten, Behandlungsmethoden und anderen Maßnahmen. Gleichzeitig bietet die Rheuma-Liga ein umfangreiches Programm von Vorträgen, Bewegungskursen bis hin zu Mitmachangeboten für alle Mitglieder an.

Über Norbert Jung
Norbert Jung ist wie alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig. Er hat die Diagnose Rheuma vor über 30 Jahren erhalten. Da er im Außendienst tätig war und durch die Krankheit sehr eingeschränkt war, suchte er nach Möglichkeiten, um sich neben der medikamentösen Behandlung Linderung zu verschaffen. So kam er zur Rheuma-Liga Essen, in der er seit über 20 Jahren aktives Mitglied ist und viele der Angebote selbst nutzt.