In vielen Krankenhäusern sind Schulungen zu Reanimations-, also Wiederbelebungsmaßnahmen, nur für Ärzte und Pflegepersonal geplant, da die Teilnahme für diese beiden Berufsgruppen Vorschrift ist. Am Katholischen Klinikum Essen ist das anders: Auch Verwaltungsangestellte, Patienten und Angehörige können diese Schulungen erhalten, damit im Notfall jeder helfen kann. Sven Mühlan ist pflegerischer Leiter der Intensivstation des St. Vincenz Krankenhauses und bietet Reanimationskurse für Mitarbeiter, Patienten und Angehörige an: „Alle Mitarbeiter, die direkt mit Patienten zusammenarbeiten, also Ärzte und Pflegefachkräfte, sind verpflichtet, einmal jährlich an einer solchen Schulung teilzunehmen“, erklärt er. Neu ist, dass seit 2013 auch die Verwaltungsangestellten die Möglichkeit haben, an einer solchen Schulung teilzunehmen. Das ist zwar nicht verpflichtend, der Andrang ist allerdings so groß, dass bereits zwei Schulungen jährlich angeboten werden müssen, um der Nachfrage gerecht zu werden. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Mitarbeiter dieses Thema so ernst nehmen. Denn gerade in einem Krankenhaus muss im Notfall jeder helfen können. Schnelle Hilfe ist entscheidend, wenn es darum geht, Leben zu retten“, so Mühlan.

Man kann bei Erster Hilfe nichts falsch machen. Etwas zu tun, ist immer besser, als nichts zu tun.

Etwas zu tun, ist immer besser, als nichts zu tun

Auch außerhalb des Klinikums soll diese schnelle Hilfe möglich sein. Deshalb bietet das Katholische Klinikum Essen als besondere Dienstleistung für seine Patienten ab Februar 2015 viermal jährlich auch für Angehörige der Patienten des Katholischen Klinikums Essen diese Kurse kostenfrei an. „Insbesondere Angehörige verunglückter oder verunfallter Personen kommen häufig auf uns zu und fragen im Nachhinein, ob sie hätten helfen können. Die Antwort ist fast immer: Ja!“, sagt Mühlan. Er weiß, dass viele, die nicht von Berufs wegen regelmäßig Hilfe leisten, Angst haben, etwas falsch zu machen. Diese Sorgen möchte er nehmen: „Man kann bei Erster Hilfe nichts falsch machen. Etwas zu tun, ist immer besser, als nichts zu tun. Wir nehmen uns deshalb den Ängsten in unseren Kursen an und bieten auch die Möglichkeit zum Austausch untereinander.“

Gerade in einem Krankenhaus muss im Notfall jeder helfen können. Schnelle Hilfe ist entscheidend, wenn es darum geht, Leben zu retten

Theorie und Praxis

In den Kursen lernen die Teilnehmer zunächst die theoretischen Hintergründe von Reanimationsmaßnahmen kennen. Anschließend wird mit einer Puppe der Notfall geübt: Herzmassage, Mund-zu-Mund-Beatmung und stabile Seitenlage. Außerdem wird den Teilnehmern der Ablauf der Ersten Hilfe noch einmal mit auf den Weg gegeben: Zuerst den Notarzt rufen und anschließend Erste Hilfe leisten.

Teilnahme für Patienten kostenfrei

Alle ehemaligen Patienten können kostenfrei an den Reanimationskursen teilnehmen. Anmeldungen nimmt Sven Mühlan unter 0201 6400 4121 oder reanimation@kk-essen.de entgegen.