PRIMA auf die Operation vorbereitet: Mit einem neuen Konzept macht die Klinik Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Katholischen Klinikum Essen Patienten fit für einen Eingriff. In einem Test werden OP-Kandidaten ganzheitlich untersucht, auf Mangelernährung und Gebrechlichkeit getestet und im Anschluss bei Bedarf aufgepäppelt. Damit sollen Komplikationen vermieden und Belastungen durch die Operation besser verkraftet werden. 

Kontrolle auf Herz und Nieren
Die Ärzte befragen und untersuchen die Patienten ausführlich, führen Blutuntersuchungen durch, kontrollieren die Leber, die Niere, das Herz, prüfen auf Diabetes und schließen eine Blutarmut aus. Auffällige Befunde werden weiter abgeklärt und behandelt. Außerdem werden alle Patienten auf Mangelernährung und Gebrechlichkeit untersucht. „Bei Mangelernährung verabreichen wir hochkalorische Kost, bei Gebrechlichkeit ordnen wir schon vor der Operation Physiotherapie an“, erklärt Dr. Dominik Fugmann, Leitender Oberarzt für Allgemeinchirurgie am Katholischen Klinikum Essen. „PRIMA als Gesamtkonzept ist eine Erfindung von uns“, erzählt Dr. Fugmann nicht ohne Stolz. Der Chirurg hat das Konzept gemeinsam mit seinem Chef, Privatdozent Dr. Olaf Guckelberger, entwickelt. Die einzelnen Buchstaben stehen für Präoperatives Risiko-Assessment und Interventions-Management.

Patienten werden älter und kränker
„Wir haben festgestellt, dass trotz steigender Behandlungsqualität und -möglichkeiten die Komplikationsrate gleich geblieben ist“, begründet Dr. Fugmann den Vorstoß. Patienten würden älter und damit auch kränker. „Deshalb“, so der Viszeralchirurg, „brauchten wir ein neues Konzept“. Das greife zwar nicht bei Notfällen, aber bei allen größeren geplanten Operationen wie Krebs- oder Magen-Darm-Operationen und Gefäßeingriffen. Stellen die behandelnden Ärzte beispielsweise eine Mangelernährung fest, bekommen Patienten zwei Wochen vor der geplanten Operation hochkalorische Kost in Form von Trinkpäckchen mit nach Hause. Gebrechlich wirkende Frauen und Männer werden mit einer sogenannten Prähabilitation aufgebaut. Die beinhaltet intensive Krankengymnastik zwei bis vier Wochen vor der Operation. 

Gestärkt in die Operation
Studien hätten gezeigt, dass Patienten damit fitter in die Operation gehen und sich auch danach besserer Gesundheit erfreuen. Ein Ergebnis, das Dr. Dominik Fugmann bestätigen kann: „Ich sehe, dass unsere Patienten sehr viel gestärkter zu uns in die Klinik kommen und die Operation besser überstehen.“