Erkrankungen besser einschätzen, mit Ärzten selbstbewusst sprechen und praktische Fähigkeiten erwerben: Die Patientenhochschule Essen vermittelt ihren Teilnehmern ein umfassendes medizinisches Grundwissen. Mit dieser Ausbildung sind Absolventen der Patientenhochschule ideale Patientenbegleiter, findet Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Direktorin des Forschungsinstituts Geragogik (FoGera) in Düsseldorf.

„Vom mündigen Patienten bis zum Begleiter für Patienten, die Unterstützung brauchen, ist es nur noch ein kleiner Schritt“, sagt die Professorin, die sich sicher ist, „dass sich über das Wissen der Studierenden auch die Motivation entwickeln wird, anderen – vor allem älteren, alleinstehenden Menschen – beizustehen.“ Nicht nur deshalb hält sie die Patientenhochschule für „eine großartige und wichtige Einrichtung“. Vor vier Jahren rief Bubolz-Lutz gemeinsam mit ihrer FoGera-Kollegin Doris Wattad die Initiative „Patientenbegleitung“ in Nordrhein-Westfalen ins Leben und entwickelte ein Fortbildungsprogramm zur Patientenbegleitung. Ehrenamtliche Patientenbegleiter helfen alten und alleinstehenden Menschen bei Arztbesuchen, Krankenhausbesuchen oder beim Wiedereinleben nach einem langen Krankenhausaufenthalt in die eigenen vier Wände. Intention sei, dass Schnittstellen zwischen Krankenhaus und dem Lebensraum der Patienten nicht zu Hürden würden.

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz

Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz

Soziales Engagement als Bereicherung
Beste Voraussetzungen für diese ehrenamtliche Tätigkeit als Patientenbegleiter erfüllen an der Patientenhochschule Essen qualifizierte Patienten, die ihr Wissen und ihre erworbenen Fähigkeiten weitergeben können. „Es zeigt sich immer wieder, dass von diesem Angebot nicht nur die Patienten profitieren, sondern ebenso die ehrenamtlichen Begleiter selbst“, berichtet Bubolz-Lutz und verweist auf gute Gespräche und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Älterwerden. Die Patientenhochschule des Katholischen Klinikums Essen ist eine mehrfach ausgezeichnete Einrichtung, die interessierte Frauen und Männer in einem international anerkannten Studium zu mündigen Patienten ausbildet. Ziel ist es, Patienten in die Lage zu versetzen, auf Augenhöhe mit Ärzten über ihre Krankheit sprechen zu können. Die Patientenhochschule gehört bundesweit zu den ersten ihrer Art.

„Ich hoffe sehr, dass sich die Patientenhochschulen im Land verbreiten“, sagt die auf die Bildung von alten Menschen spezialisierte Professorin und ergänzt: „Wir wissen doch alle, dass wir schneller und leichter gesund werden, wenn wir die vorgeschlagenen Behandlungsvorschläge verstehen und bewusst Entscheidungen treffen.“

Die Teilnahme an den Vorlesungen und Prüfungen der Patientenhochschule ist kostenlos.

Forschungsinstitut Geragogik e. V.
Netzwerk Patientenbegleitung
Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz
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