Patientenrechte
Welche Rechte habe ich als Patient? Diese Frage stellen sich Bürgerinnen und Bürger immer wieder. Die Grundlage für die Rechte der Patienten bildet das Patientenrechtegesetz (PatRG), das am 26. Februar 2013 von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Enthalten ist in diesem Gesetz unter anderem das Recht auf Selbstbestimmung, das heißt medizinische Maßnahmen dürfen grundsätzlich nur mit der Einwilligung des Patienten durchgeführt werden. Weiterhin hat jeder das Recht, ausführlich und verständlich vom behandelnden Arzt über seine Erkrankung aufgeklärt zu werden oder Einblick in seine Patientenakte zu nehmen. Auch die ärztliche Schweigepflicht oder das Recht auf eine Zweitmeinung ist im PatRG geregelt.

Trotz gesetzlicher Regelungen gibt es immer wieder Fälle, in denen sich Patienten hilflos fühlen und nicht wissen an wen sie sich bei Problemen wenden sollen. Der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK) und der Bundesverband Beschwerdemanagement in Gesundheitseinrichtungen e.V. (BBfG) haben daher den „Tag des Patienten“ ins Leben gerufen, um verstärkt auf die Rechte der Patienten aufmerksam zu machen.

Bundesweiter Tag des Patienten
Der letzte bundesweite Tag des Patienten fand am 26. Januar 2018 statt und wird jedes Jahr an diesem Tag veranstaltet. Neben dem Katholischen Klinikum Essen nahmen über 50 weitere Kliniken teil und machten auf die Stärkung der Patientenrechte und die Arbeit der Patientenfürsprecher sowie der Beschwerdemanager in ihren Krankenhäusern aufmerksam.

Das Motto des Patiententags 2018 lautete „Gut informiert Leben retten – Ihr Beitrag zu einer sicheren Notfallversorgung“. Ziel war es, die Patientenrechte zu stärken und zugleich in diesem Bereich engagierten Kliniken und Krankenhäusern mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Detlef Schliffke, Patientenfürsprecher im Katholischen Klinikum Essen und Vorsitzender des Bundesverbands Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK)

„Viele Patienten kennen ihre Rechte nicht. Mit dem Tag des Patienten geben wir den Rechten der Patientinnen und Patienten eine Stimme, die gehört wird“, sagt Detlef Schliffke, Patientenfürsprecher im Katholischen Klinikum Essen und Vorsitzender des Bundesverbands Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK).

Mit einem umfassenden Rahmenprogramm veranstaltete das Katholische Klinikum Essen den diesjährigen Tag des Patienten. Als prominente Gäste wurden die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach (CDU), und der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut begrüßt. Im Foyer des Philippusstifts wurden Anlaufstellen wie kassenärztliche Notfallpraxen vorgestellt, Erste-Hilfe-Maßnahmen an einer Übungspuppe aufgezeigt, Tipps zur Händedesinfektion gegeben sowie Möglichkeiten zu einer umfassenden Patienteninformation und Beschwerdewege aufgezeigt. Die Patientenbeauftragte Ingrid Fischbach und der Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut machten sich vor Ort ein Bild vom Tag des Patienten.

„Das diesjährige Motto thematisierte die unbestrittenen Probleme bei der Inanspruchnahme von Notfalleinrichtungen“, sagt Ingrid Fischbach. Sie begrüße es sehr, dass die teilnehmenden Kliniken und Krankenhäuser sich dieser Thematik widmen und Patienten über die Angebote und Strukturen der Notfallversorgung informieren. Auch bei der Inanspruchnahme der Notfallversorgung gelte: „Nur ein informierter Patient kann selbstbestimmt und effizient die Strukturen des Gesundheitswesens nutzen“, meint die Patientenbeauftragte und lobt: „Patientenfürsprecher und Beschwerdemanager leisten einen wichtigen Beitrag für eine stete Verbesserung der Krankenhausversorgung und die Stärkung der Patientenorientierung“.