Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff etabliert als neuer Leitender Arzt der Chirurgie I die hochmoderne Single-Port-Chirurgie im Philippusstift und im Marienhospital Altenessen.

Mit kleinem Schnitt zum großen Erfolg: Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff ist ausgewiesener Spezialist im Bereich minimalinvasiver Medizin und seit Anfang des Jahres neuer Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik I, Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Katholischen Klinikum Essen. Im Interview erzählt der gebürtige Heidelberger, wie er Patienten mit der noch nicht weit verbreiteten Single-Port-Chirurgie schnell auf die Beine bringt und warum Menschen aus dem Ruhrpott ihm besonders am Herzen liegen.

 

Sie waren in München, auf Sylt und zuletzt in Zürich: Was verschlägt Sie jetzt nach Essen?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Wir haben Zürich verlassen, weil wir zurück nach Deutschland, zurück in die Heimat wollten. Meine Frau kommt aus München, ich bin in Heidelberg geboren und in Hannover aufgewachsen. Auch Sylt haben wir als sehr heimatlich erlebt. Essen ist für uns deshalb eine Region, die gut liegt. Außerdem habe ich auch hier Wurzeln. Mein Vater arbeitete in den achtziger Jahren als Viszeralchirurg am Bethesda-Krankenhaus in Borbeck. Er freut sich wie ein Schnitzel, dass auch ich jetzt hier bin. Und ich mag die Parallelen zu Mannheim: Im Ruhrgebiet leben umgängliche Leute, mit denen man sehr gut reden kann.

 

Warum haben Sie sich für das Katholische Klinikum Essen entschieden?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Besonders haben mich das vielfältige Leistungsspektrum und das große Einzugsgebiet gereizt. Das Haus und seine Mitarbeiter haben eine sehr positive Ausstrahlung.

 

Sie gelten als ausgewiesener Spezialist für die Bauchchirurgie. Wo genau liegen Ihre Schwerpunkte?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Ich hatte als junger Arzt das Glück, dass ich im gesamten Spektrum der Bauchchirurgie ausgebildet worden bin. Meinen Schwerpunkt sehe ich in der minimalinvasiven Medizin, die mich schon immer am meisten gereizt hat. Ich finde es faszinierend, wie gut durchführbar diese Methode ist und wie sie sich immer weiter entwickelt. Das Verfahren ermöglicht es, Patienten mit kleinen Schnitten zu behandeln und schnell wieder auf die Beine zu bringen. Oft habe ich mich gefragt, wie man den Zugang zum Bauch noch weiter minimieren kann. Als die Single-Port-Chirurgie entwickelt wurde, war der Schritt dorthin nur die logische Folge.

 

Wie funktioniert die Single-Port-Chirurgie?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Der Zugang zum Bauch wird nicht mehr wie bei der üblichen Laparoskopie über drei bis fünf Punkte vorgenommen, sondern über einen, etwa zweieinhalb Zentimeter großen Schnitt in den Bauchnabel. Prädestiniert ist die Technik bei Erkrankungen im Darmtrakt. Da hat es nicht nur kosmetische Vorzüge dank weniger sichtbarer Narben, sondern das Verfahren ist auch deutlich schneller und für Patienten schonender als eine mehrstündige Operation. Aber auch bei Magen-, Gallen und Leberoperationen lässt sich dieses Verfahren hervorragend anwenden.

 

Ist es nicht furchtbar kompliziert, durch nur einen einzigen, winzigen Zugriff zu operieren?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Man muss sich umstellen und umlernen. Weil durch einen Zugang vier Instrumente eingebracht werden, bin ich in meiner Beweglichkeit eingeschränkt. Die fortschreitende Technik wird dieses Manko in den nächsten Jahren beheben, zum Beispiel mithilfe von robotischen Systemen, die vom Operateur gesteuert werden. Aber auch jetzt schon gibt es Tricks und Geräte, die die Arbeit erleichtern. Das funktioniert sehr gut.

 

Welche Vorteile hat das für Patienten?

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff: Patienten profitieren von einer schnelleren Beschwerde-Armut und kommen zügig wieder auf die Beine. Und das bei gleicher Sicherheit im Vergleich zur üblichen Laparoskopie mit drei oder fünf Schnitten. Wenn wir während der Operation merken, dass ein Zugang nicht reicht, beispielsweise weil die Sicht eingeschränkt ist, können wir die beiden Techniken kombinieren und weitere Schnitte setzen. Deshalb ist das Verfahren für Patienten sicher. Man muss die Operation nicht abbrechen.