Lauwarmes Essen, Haar in der Suppe oder Ärger mit dem behandelnden Arzt: Sind Patienten mit ihrem Krankenhaus-Aufenthalt unzufrieden, versucht Patientenfürsprecher Detlef Schliffke die Wogen zu glätten. Mit ihm leistet das Katholische Klinikum Essen einen erheblichen Beitrag zu größerer Zufriedenheit.

Eine Frau mittleren Alters sitzt im Büro des  Patientenfürsprechers. Ihr Mann ist kürzlich im Katholischen Klinikum Essen (KKE) gestorben. Sein Tod war nicht zu verhindern. Das sieht sie ein und macht den Ärzten deswegen keinen Vorwurf. Sie hätte sich aber mehr Informationen gewünscht, um mit dem traurigen Verlust besser umgehen zu können.
Detlef Schliffke hört sich die Sorgen der Frau an und handelt: er greift zum Hörer, vereinbart ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt, und die Missverständnisse werden noch am gleichen Tag aus der Welt geschafft. „Meine Funktion ist es, als Moderator aufzutreten und dafür zu sorgen, dass die Patienten konkrete Antworten bekommen. Damit ist die Sache meist gelöst“, sagt der unabhängige Patientenfürsprecher.

Anwalt der Patienten
Detlef Schliffke sitzt quasi als Anwalt der Patienten in einem eigenen, verglasten Büro am Eingang des Philippusstift in Essen. Seine Arbeit macht er ehrenamtlich, Büro und Ausstattung bekommt er vom Klinikum gestellt. „Die Position ist hervorragend. Man kann mich hier gar nicht übersehen“, meint Schliffke.
Die unabhängige Stellung bringe zwei große Vorteile: „Einerseits habe ich einen sehr guten Draht zu den Ärzten und bin in der Lage, wenn nötig auch Fallkonferenzen mit Chefärzten, Oberärzten und Pflegedienstleitern einzuberufen. Andererseits reden die Patienten ganz offen mit mir“, so der Patientenfürsprecher. Von seinem Amt profitiert auch das Katholische Klinikum Essen. „Wir leisten damit einen erheblichen Beitrag zu mehr Patientenzufriedenheit“, betont Oliver Gondolatsch, Marketingleiter des Katholischen Klinikums Essen.

Schliffke ist bundesweit aktiv
Die Klinik ist Vorreiter auf dem Gebiet: Detlef Schliffke gehört zu den ersten Patientenfürsprechern mit eigenem Büro im Krankenhaus und ist als Vorsitzender des neu gegründeten Bundesverbandes Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e. V. (BPiK) auch deutschlandweit aktiv. „In 7 von 16 Bundesländern ist es gesetzlich vorgeschrieben, einen Patientenfürsprecher im Krankenhaus zu haben“, berichtet Schliffke. Das sei zu wenig. „Jedes Krankenhaus sollte einen unabhängigen Patientenfürsprecher haben“, fordert er und ergänzt entschlossen. „Da werde ich mich hinterklemmen.“
Ebenso energisch trat er Ende September vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf. Bei einer bundesweiten Aktion der Krankenhäuser gegen die Krankenhausreform kritisierte Schliffke die geplanten Kürzungen. „Irgendwann muss mal Schluss sein mit Kürzen“, sagte er im Gespräch mit „Gesund in Essen“. „Da leiden nicht nur Schwestern und Ärzte, sondern auch die Patienten drunter.“

Kontakt
Katholisches Klinikum Essen
Philippusstift
Detlef Schliffke
Patientenfürsprecher
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Fon: 0201/6400–2023
Mail: d.schliffke@kk-essen.de
Sprechzeiten: Mittwoch 13-14 Uhr und nach tel. Vereinbarung

Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e. V. (BPiK e. V.)
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Mail: info@bpik.de