Das Katholische Klinikum Essen verfügt ab sofort über eine eigene Abteilung „Krankenhaushygiene“. Zunächst vier, ab Oktober fünf Mitarbeiter sind zuständig für die Verhütung, Erkennung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen.

Damit will das Klinikum, das im vergangenen Jahr bereits zweifach die Qualität seiner Hygienemaßnahmen offiziell bescheinigt bekommen hat, seine Aktivitäten in diesem Bereich selbständig auf- und kontinuierlich ausbauen

„Hygiene hat im Krankenhaus eine hohe und nach wie vor wachsende Bedeutung“, begründet Dr. Christoph Weyland, Leiter der Abteilung Krankenhaushygiene am Katholischen Klinikum Essen, die Umstrukturierung. Bisher war das Krankenhaus mehrere Jahre extern von Krankenhaushygienikern und Hygienefachkräften betreut worden. „Mit der neuen Abteilung wollen wir mehr Präsenz vor Ort zeigen und unser internes Know-how aufbauen, um nicht abhängig von Extern zu sein“, so der Hygiene-Fachmann. Auf die zusätzliche Beratung durch einen externen ausgewiesenen Experten der Krankenhaushygiene verzichtet das Klinikum deshalb aber nicht gänzlich.

Nachweis für gutes Qualitätsmanagement
Die Arbeit auf dem Gebiet der Hygiene des Katholischen Klinikums Essen ist im vergangenen Jahr gleich zweimal überprüft worden. Mit dem Siegel DIN EN ISO 9001:2015 lieferte die Klinik den Nachweis für ein gutes Qualitätsmanagement unter anderem im Bereich Hygiene. Das ebenfalls kürzlich durch das Gesundheitsamt vergebene Essener Hygiene-Siegel MRE steht für den Schutz vor Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) auf der Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.

Auf seinen Lorbeeren ruht sich das Katholische Klinikum Essen deshalb nicht aus.

„Hygiene ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine ständige Auffrischung erfordert“, sagt Dr. Weyland, der die Händedesinfektion als eines der Qualitätsziele des Klinikums ausruft.

Durch das Einhalten gesetzlicher Bestimmungen und medizinischer Leitlinien sowie die korrekte Anwendung hygienischer Maßnahmen können vermeidbare Infektionen bei Patienten und Personal verhindert werden. Das sei gelebte Hygiene.

Die Aufgaben der neuen Abteilung „Krankenhaushygiene“ umfassen Begehungen und Hygienevisiten auf den Stationen und Funktionsbereichen sowie regelmäßige Kontrollen von medizinischen Geräten und Wasserproben durch mikrobiologische Untersuchungen. Darüber hinaus werden Hygiene- und Desinfektionspläne erstellt, der Gebrauch von Händedesinfektionsmittel überwacht sowie Infektionen und spezielle Erreger erfasst und bewertet (sog. Surveillance). Bei Patienten mit erhöhtem MRE-Risiko werden Screening-Untersuchungen gemäß den Vorgaben des Hygienemanagements durchgeführt. Die Hygiene-Abteilung koordiniert im Bedarfsfall das Ausbruchsmanagement.

Wo Leben ist, sind auch Keime
Letzteres ist zum Glück nur selten nötig. Ganz vermeiden lassen sich multiresistente Keime aber auch bei größter Sorgfalt nicht, da diese insbesondere durch großzügigen Einsatz von Antibiotika, auch in der Tiermast, entstehen. „Wo Leben ist, sind auch Keime“, sagt Dr. Weyland und verweist vor allem auf positive Besiedler unter anderem von Darm und Haut. „Es kommt aber darauf an, nosokomiale Infektionen und die Ausbreitung von gefährlichen MRE-Keimen zu vermeiden.“

Ihre Abteilung Krankenhaushygiene vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Krankenhaushygiene
Dr. med. Christoph Weyland
Leitender Arzt
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 2475
Mail: c.weyland@kk-essen.de