Das Herz ist unser stärkster Muskel. Es schlägt täglich über 100.000 mal und sorgt so dafür, dass der Blutkreislauf in unserem Körper funktioniert. Das Herz ist quasi der Motor unseres Lebens. Wenn dieser Motor nicht richtig läuft, kann das schwerwiegende Folgen haben. Wenn das Herz zum Beispiel nicht mehr im richtigen Rhythmus schlägt, sondern aus dem Takt stolpert oder zu schnell schlägt. Eine bestimmte Art der Herzrhythmusstörung, auch Arrhythmie genannt, ist das Vorhofflimmern.

Was ist Vorhofflimmern?

Bei Vorhofflimmern schlägt das Herz deutlich zu schnell und unregelmäßig. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Herzmuskelschwäche und unter anderem medikamentös behandelt werden. Für Patienten mit Vorhofflimmern, bei denen eine konservative Therapie nicht hilft, wird in der Klinik für Kardiologie des St. Vincenz-Krankenhauses des Katholischen Klinikums Essen seit Mai 2014 eine neue Behandlungsmethode angeboten. Chefarzt Dr. Jacksch und sein Oberarzt Dr. Reiner haben die hochmoderne Methode dort eingeführt.

Behandlung bei therapierefraktärem Vorhofflimmern

Vorhofflimmern entsteht oft in Muskelfasern innerhalb der Lungenvenen, die in den linken Vorhof münden. Bereits seit 1996 wurde eine Methode entwickelt, bei der die Lungenvenen vom linken Vorhof getrennt werden. Durch diese Trennung, die sogenannte Ablation, können Vorhofflimmern-auslösende Impulse nicht mehr weitergeleitet werden. Dafür wird ein hochmoderner Ablationskatheter zur sogenannten Pulmonalvenenisolation eingesetzt.

Die Klinik für Kardiologie ist im Rhein-Ruhr-Gebiet eine der ersten Kliniken, die diese neue Ablationstechnik bei der Pulmonalvenenisolation einsetzt.

Dabei handelt es sich um einen gekühlten Ablationskatheter mit einem speziellen Drucksensor (SJM TactiCath©), durch den der Andruck des Katheters an der Herzwand in Echtzeit gemessen werden kann. Diese Entwicklung ermöglicht eine bessere Vorausbestimmung der Ablation. Zudem kann durch den Drucksensor eine unvollständige Trennung der Lungenvenen bei zu geringem und Gewebeverletzungen durch zu hohen Anpressdruck vermieden werden. In mehreren großen Studien konnte nachgewiesen werden, dass dadurch die Erfolgsrate der Vorhofflimmerablation gesteigert und die Sicherheit des Eingriffs erhöht werden kann. Auch können sich dadurch im Verlauf die Untersuchungszeiten vermindern lassen.

Innovative Methode am Kahtolischen Klinikum Essen

Bisher wurde dieser Ablationskatheter bei 5 Vorhofflimmernpatienten erfolgreich eingesetzt. Die Klinik für Kardiologie ist im Rhein-Ruhr-Gebiet eine der ersten Kliniken, die diese neue Ablationstechnik bei der Pulmonalvenenisolation einsetzt.