Nach einem Oberschenkelbruch erhält Margarethe G. völlig unerwartet die Diagnose Lungenkrebs mit Metastasen in den Knochen und der Leber. Mediziner des Onkologischen Zentrums am Katholischen Klinikum Essen machen alles, um die Lebensqualität der Patientin zu verbessern und ihr Leben zu verlängern. Heilbar ist die Krankheit zwar nicht. Davon bleibt die 62-Jährige aber unbeeindruckt.

Mit Schmerzen im Knie geht Margarethe G. zum Orthopäden. Der vermutet eine Arthrose als Ursache und gibt ihr eine Spritze gegen die Schmerzen. „Ich will mir dort in der Umkleide die Hose anziehen und breche mir dabei einen Oberschenkelknochen“, erinnert sich die Essenerin an die kuriose Situation.

„Der Beinbruch ereignete sich ohne ein adäquates Trauma“, begründet Dr. Winfried Berger, warum das Gewebe nach der Oberschenkel-Operation pathologisch untersucht wurde. Eine kleine Rotationsbewegung hatte ausgereicht, das bereits von einer Krebsabsiedlung betroffene Bein zu brechen. „Die Krankheit befindet sich in einem fortgeschritten metastasierten Stadium“, erklärt der Leitende Arzt der Medizinischen Klinik III – Hämatologie und Internistische Onkologie und verweist auf zahlreiche Absiedlungen des Krebses in den Knochen und der Leber.

Dr. Berger leitet das Onkologische Zentrum und die Tumorkonferenz, erarbeitet gemeinsam mit den anderen Ärzten des Zentrums therapeutische Ziele, leitet daraus prognostische Perspektiven ab und ist für die Planung und Durchführung  der Therapie von Tumorerkrankungen verantwortlich. Teil dessen sind auch Maßnahmen, die unangenehme Nebenwirkungen verhindern sollen.

So gut und so lange wie möglich

Er differenziert zwischen kurativer und palliativer Behandlung. Bei kurativer Therapie sei das Ziel die Heilung. Dabei kommen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zum Einsatz. Bei dem palliativen Ansatz gehe es sowohl um eine Verbesserung der Lebensqualität als auch um eine Verlängerung der Lebenszeit. „So gut wie möglich, so lange wie möglich“, erklärt Dr. Berger.

So ist auch die Krankheit von Margarethe G. nicht heilbar. Erklärtes Ziel ist, das Wachstum des Tumors aufzuhalten und den Krebs so weit wie möglich zurückzudrängen. „Leben schenken kann ich nicht, das ist dem Heiland vorbehalten“, sagt der Onkologe, aber er stelle seinen Patienten alle Möglichkeiten der modernen Medizin zur Verfügung. „Bisher sind wir auf einem guten Weg“, so Dr. Berger. Für eine optimale Therapie seien bei der 62-Jährigen viele Spezialuntersuchungen am Tumor durchgeführt worden. Darauf basierend entschieden sich die Ärzte des Onkologischen Zentrums in Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften für eine Chemotherapie in Kombination mit einer zielgerichteten Antikörpertherapie. Zusätzlich wird der zuvor operativ stabilisierte Oberschenkelbruch lokal bestrahlt.

Margarethe G. trägt ihr Schicksal mit Fassung. „Ich muss nach vorn schauen und das Beste daraus machen“, sagt sie. Ein zehn Jahre zurückliegender Tumor in der Brust habe sie gelehrt, mit Niederschlägen umzugehen. „Ich kann mir über Dinge Gedanken machen, wenn sie da sind.“ Tochter Nina eifert ihr nach. Vor kurzem sei sie noch am Boden zerstört gewesen. „Aber die lebensbejahende Einstellung meiner Mutter geht auf mich über“, sagt die 35-Jährige.

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Katholisches Klinikum Essen
Medizinische Klinik III – Hämatologie und Internistische Onkologie
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