Dr. Peter Feldmann setzt am Philippusstift und im St. Vincenz Krankenhaus individuelle Implantate ein

Maßgeschneiderter Gelenkersatz statt Knie von der Stange: Mit dem Einsatz individuell angefertigter Knieimplantate gehört das Katholische Klinikum Essen zu den Koryphäen in Sachen Endoprothetik. Ein Paradebeispiel für die hervorragende Arbeit von Dr. Peter Feldmann, Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik II – Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie am Katholischen Klinikum Essen, ist Helmut Saxe. Der 66-Jährige konnte vor der Operation nicht mal schmerzfrei gehen. Ein halbes Jahr später bereiten ihm auch 100 Kilometer auf dem Rennrad keine Probleme mehr.

„Ich bin zuletzt keinen Tag ohne Schmerztabletten ausgekommen“,  berichtet der Essener. In die Knie gehen war nicht mehr möglich, Aufstehen, Laufen oder auch nur mit angewinkelten Beinen Sitzen mit Schmerzen verbunden. Helmut Saxe erinnert sich sogar an deutliche Verschleißgeräusche: „Wenn es still war, konnten Sie es knirschen hören, wenn ich mich gesetzt habe“.

Ein Foul in der Fußball-Kreisliga hatte Saxe vor 40 Jahren außer Gefecht gesetzt. „Kreuzband, Innenband, Meniskus, Kapsel – alles ist zerrissen“, sagt der Mann, der bis dahin als Leichtathlet unter anderem an Deutschen Meisterschaften teilgenommen hatte. Nach zwölf Wochen im Krankenhaus versuchte der damalige Mittzwanziger, an seine früheren Leistungen anzuknüpfen. Das Knie wurde aber immer wieder dick. Nach einem Knorpelschaden hängte der Athlet seine Karriere schließlich an den Nagel und widmete sich hobbymäßig dem Radsport.

„Das Knie war reif “

Beschwerden verursachte sein Knie auch vier Jahrzehnte später noch. „Irgendwann waren die Schmerzen so schlimm, dass ich sie einfach nur noch loswerden wollte“, berichtet der pensionierte Allgemeinmediziner. In einer Fortbildung hörte er von patientenindividuellen Implantaten und beschloss: „So ein Knie will ich haben.“ Lange fand er niemanden, der ihm die Prothese hätte einbauen können, bis ein früherer Kollege den Kontakt zu Dr. Feldmann herstellte. „Das Knie war reif, sinnvollere Alternativen als eine Prothese gab es nicht“, berichtet der auf Orthopädie und Endoprothetik  spezialisierte Mediziner und fügt hinzu: „Außer Helmut Saxe hätte noch mehr Schmerzen ertragen, noch mehr Medikamente nehmen und weiter humpeln wollen oder sein Bein versteifen lassen.“ Überreden musste Dr. Feldmann ihn zu dem Eingriff nicht: „Herr Saxe hat sich über Jahre mit seinem Knie auseinandergesetzt und wusste, dass er nicht an einer Operation vorbeikommt.“

„Schmerzen können wir nicht messen“

Der richtige Zeitpunkt für ein Implantat ist aus Sicht des Orthopäden dann da, wenn der Patient mit seinem eigenen Knie nicht mehr zurechtkommt und alle konservativen Möglichkeiten wie Bandagen, Physiotherapie und die Einnahme von Medikamenten ausgeschöpft sind. Röntgenbilder würden helfen, die Diagnose zu stellen, seien aber nicht der entscheidende Faktor. „Schmerzen können wir nicht messen, die können wir uns nur beschreiben lassen“, so Dr. Feldmann. Welche Prothese für welchen Patienten geeignet sei,  hänge von verschiedenen Faktoren ab. Individuelle Implantate hätten den Vorteil, dass beim Eingriff nur wenig eigener Knochen entfernt werde. „Wir müssen nicht den Knochen an die Prothese anpassen, sondern andersherum“, betont der Leitende Arzt. Allerdings sei der Vorlauf durch die Maßanfertigung länger als bei herkömmlichen Implantaten. Die Kosten seien deutlich höher und es blieben Restfragen: Lockere sich beispielsweise ein Teil, müsse die gesamte Prothese erneuert werden. „Für einen fragmentierten Austausch gibt es noch keine optimale Lösung. Das muss offen kommuniziert werden“, so Dr. Feldmann. Die neue Technik ist seit fünf Jahren auf dem Markt, am Philippusstift und im St. Vincenz Krankenhaus wird sie seit drei Jahren eingesetzt. „Langzeitstudien kann es also noch nicht geben“,  erklärt Dr. Feldmann, der Patienten im Beratungsgespräch ausführlich über Vor- und Nachteile informiert. Helmut Saxe erhielt sein  individuelles Implantat im November 2015. Einen Tag später konnte er aufstehen. Gut zwei Monate danach gab er als Spinning-Trainer wieder die erste Einheit. Nach einem halben Jahr fuhr er 100 Kilometer mit dem Rennrad und genoss im Anschluss ein Rad-Trainingslager mit Freunden in Südtirol. „Das alles hoch beglückt, weil die Schmerzen weg waren“, jubiliert der Senior.

„Man steht auf und erwartet einen Schmerz. Aber da ist nichts“

Ähnlich positive Rückmeldungen erhält Dr. Feldmann immer wieder, auch bei  Patienten mit Hüftgelenks-Prothesen. „Ich kann das immer nur aus zweiter Sicht beurteilen“, sagt der Orthopäde. „Aber kürzlich sagte eine Frau am Tag nach der Operation zu mir: ‚Ich habe keine Schmerzen und endlich wieder eine Nacht geschlafen. Das ist ein Wunder.‘“ Helmut Saxe bestätigt: „Man steht auf und erwartet einen Schmerz. Aber da ist nichts.“

Üblicherweise sind Patienten am Tag der OP noch  durch Drainage-Schläuche eingeschränkt. Einen Tag später dürfen sie aufstehen, am dritten Tag Treppen steigen. „Helmut Saxe musste ich eher bremsen“, blickt Dr. Feldmann zurück und lacht. „Als ich ihm gesagt habe, morgen steigen wir Treppen, sagte er: ‚War ich schon.‘“

Grundsätzlich freut der Mediziner sich über ein gewisses Maß an Engagement einer Patienten. „Ohne Eigeninitiative funktioniert das Konstrukt nicht“, so Dr. Feldmann. Nach der Operation müssten die Muskeln wieder aufgebaut werden. Das gehe mit einer großen Portion Selbstvertrauen flotter. „Man muss die Prothese aber auch nicht am zweiten Tag nach dem Eingriff schon voll beugen können“, beruhigt der Orthopäde.

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Dr. Peter Feldmann
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St. Vincenz Krankenhaus
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