Obwohl er oft keine Schmerzen verursacht, sollte ein Leistenbruch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bemerkbar macht sich das Leiden durch eine Wölbung in der Leistengegend. Kommen starke Schmerzen und eine Rötung hinzu, ist dringend das nächste Krankenhaus aufzusuchen.

 

Das merkwürdige Gefühl begann mit einem harmlosen Infekt: Herbert Baumann* hatte sich eine Grippe zugezogen und musste stark Husten. Seit ein paar Tage spürte er mit jedem Auswurf ein beunruhigendes, leichtes Ziehen in der Leistengegend. „Wenn ich drauf fasse, fühle ich einen Hubbel, der sich hin und her bewegen lässt“, sagte der 68-Jährige verwundert. Sein Hausarzt schickte ihn ins Marienhospital Altenessen. Verdacht: Leistenbruch.

„Ein Leistenbruch lässt sich recht eindeutig mit den Händen ertasten“, bestätigt Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff, Leitender Arzt der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Philippusstift Essen und Marienhospital Altenessen, die Vermutung des Allgemeinmediziners. Kämen zur Wölbung starke Schmerzen und eine Rötung in der Leistengegend hinzu, sei sogar dringende Alarmbereitschaft geboten: „Dann ist möglicherweise der Darm eingeklemmt und der Patient muss umgehend operiert werden“, warnt Dr. von Gerstenbergk-Helldorff. Für den Betroffenen bestehe Lebensgefahr.

Damit es nicht soweit kommt, sollten Patienten – wie Herbert Baumann* – rechtzeitig bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen und sich auf eine Operation einstellen. „Von allein geht ein Leistenbruch nicht weg“, so der Leitende Arzt der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Philippusstift Essen und Marienhospital Altenessen.

 

Leistenbruch: Männer häufiger betroffen als Frauen

Leistenbrüche gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Allein in Deutschland sind pro Jahr Hunderttausende betroffen. Neun von zehn Patienten sind männlich. Die Behebung eines Leistenbruchs zählt zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen, nicht nur im Philippusstift und Marienhospital. Dort werden pro Jahr rund 250 Menschen mit diesem Leiden operiert.

„Weil in der Entwicklung vom Embryo zum Fötus der Hoden durch den Leistenkanal wandert, ist dieser Bereich eine natürliche Schwachstelle“, erklärt Dr. von Gerstenbergk-Helldorff. In Einzelfällen sind auch Frauen betroffen, bei denen der Kanal deutlich schmaler, aber ebenfalls eine natürliche Schwachstelle ist. „Die Neigung zu einem Leistenbruch kann angeboren sein“, führt der erfahrene Mediziner weiter aus, „wenn der Kanal nicht wieder verklebt. Bei anderen öffnet er sich im Laufe des Lebens wieder.“

 

Diagnose Leistenbruch: Darum ist eine OP notwendig

Ist ein Leistenbruch diagnostiziert, sollten Patienten sich möglichst innerhalb der nächsten drei Monate operieren lassen. „Ist die Bruchpforte so weit geöffnet, dass der Darm darin einklemmt, kann dem Patienten nur noch mit einer Notoperation das Leben gerettet werden. „Die offene Bruchpforte muss geschlossen und der Darm entfernt werden. Eine geplante Leistenbruch-Operation ist angenehmer“, redet Dr. von Gerstenbergk-Helldorff Betroffenen ins Gewissen.

Bei der minimalinvasiven Bauchwandspiegelung, die im Philippusstift Essen und im Marienhospital Altenessen in den meisten Fällen vorgenommen wird, legen die erfahrenen Chirurgen ein leichtgewichtiges Netz zwischen das Bauchfell und die Bauchwand. Die Bruchpforte wird damit geschlossen. Herbert Baumann* kurierte seinen Infekt aus und begab sich erneut ins Marienhospital. Zwei Tage nach der Operation konnte er wieder nach Hause und nach abgeschlossener Wundheilung knapp zwei Wochen später bereits sämtlichen, auch sportlichen Aktivitäten nachgehen. Zu spüren ist das Netz hinterher nicht. Wer dennoch einen Eingriff ohne Fremdkörper bevorzugt, kann sich in beiden Häusern auch individuell über Alternativen beraten lassen.

 

Siegel Hernienzentrum steht für ausgezeichnete Qualität

Dr. von Gerstenbergk-Helldorff ist ausgewiesener Spezialist in der Behandlung von Leistenbrüchen. Die Abteilung ist Mitglied der Deutschen Herniengesellschaft und mit dem Siegel Hernienzentrum zertifiziert. Ausgewiesene Hernienzentren stehen für nachweisbar hohe Erfahrung in diesem Bereich, regelmäßige Qualitätskontrollen, Sprechstunden für die individuelle Beratung von Patienten sowie geringste Komplikations- und Infektionsraten.

Ihre Fachklinik vor Ort

Contilia-Gruppe
Chirurgische Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff
Leitender Arzt

Marienhospital
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 1750
Mail: b.gerstenbergk-helldorff@kk-essen.de

Philippusstift
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Fon: 0201 6400 1750
Mail: b.gerstenbergk-helldorff@kk-essen.de

 

*Name von der Redaktion geändert.