Qigong Yangsheng ist ein Sammelbegriff für vielfältige Übungsmethoden, die in China entwickelt wurden und sich mit der Lebenskraft beschäftigen. Heute findet sie auch in westlichen Ländern viele Anhänger. Dabei steht der gesundheitsfördernde Aspekt der Übungen im Vordergrund.

Jörg Linnemann-Laaks scheint versunken in einer anderen Welt. In völliger Ruhe und Konzentration führt er Übungen des Qigong Yangsheng aus. Dabei bewegt er sich fließend von einer Position in die nächste. „In den vergangenen Jahren hat sich Qigong Yangsheng in Deutschland zu einer beliebten Heilgymnastik bei jungen wie älteren Menschen entwickelt“, so der Dipl. Sozialpädagoge mit Qualifikation Heilpraktiker für Psychotherapie. Er ist ausgebildeter Taijiquan Lehrer und ist seit 2009 in der Aus-und Weiterbildung zum Kursleiter für Qigong Yangsheng. Die Kenntnisse über die chinesische Bewegungslehre bringt er in seine Arbeit an der Tagesklinik des Philippusstifts ein: dort arbeitet er in einem therapeutischen Team, das Menschen mit psychischen Erkrankungen behandelt.

Die Tagesklinik – Alltag schaffen

Die Tagesklinik gehört zur Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Katholischen Klinikums Essen, die von Prof. Cornelius Wurthmann geleitet wird.
Dort werden Patienten behandelt, die keine stationäre Betreuung mehr benötigen, für die ambulante Betreuung jedoch nicht ausreichend ist. „Die Tagesklinik stellt sozusagen das Bindeglied zwischen stationärer und ambulanter Betreuung psychisch Kranker dar“, so Linnemann-Laaks.
„In der Tagesklinik trainieren Patienten wieder den normalen Alltagsrhythmus: Morgens aufstehen, zu uns in die Klinik kommen, acht Stunden aktiv sein und anschließend wieder zu Hause zurechtkommen“, erläutert Linnemann-Laaks.

Qigong Yangsheng verbindet den Körper mit dem Geist, indem man sich völlig auf die Abfolge der Übungen konzentriert.

Selbstannahme durch Körpertherapie

Die Patienten der Tagesklinik haben oft ein falsches Selbstbild und können sich nicht mehr so annehmen, wie sie sind. Diese Patienten lernen dort, wie sie sich selbst Sicherheit geben und wieder liebevoll mit sich umgehen können. Jemand der sich selbst verletzt, dem werden dort andere ´Werkzeuge´ an die Hand gegeben, sich auszudrücken. Dabei werden Elemente aus dem Qigong Yangsheng im Bereich der Körpertherapie eingesetzt.

Körper und Geist im Einklang

Qigong Yangsheng verbindet den Körper mit dem Geist, indem man sich völlig auf die Abfolge der Übungen konzentriert. Durch diese Verbindung von Bewegung, Ruhe und natürlicher Atmung macht sich der Übende seinen Körper, seine Gefühle und Empfindungen bewusst. „Ziel ist es“, so Linnemann-Laaks, „den Geist zu beruhigen und die Körperwahrnehmung zu stärken“. Die Übungen haben auch Auswirkungen auf die Standfestigkeit. „Psychisch Kranke sind oft seelisch entwurzelt und fühlen sich haltlos. Sie sollen lernen, sich selbst Sicherheit zu geben und verständnisvoller mit sich selbst umzugehen“, sagt Linnemann-Laaks.

Wer regelmäßig übt, kommt auch im Alltag besser mit Stress zurecht.

Selbstheilungskräfte stärken, Widerstandskraft steigern

Das in Einklang bringen von Körper und Geist stärkt die Selbstheilungskräfte und schult darin, besser zu erkennen, was einem selbst gut tut und was nicht. Wer regelmäßig übt, kommt auch im Alltag besser mit Stress zurecht. Die Übungen sind jedoch komplex und vielschichtig. Sie sollten deshalb unbedingt mit einem erfahrenen Lehrer erlernt werden, wie zum Beispiel an der Tagesklinik des Philippusstift.

Linnemann-Laaks bietet Abendkurse im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Mitarbeiter an. „Das Besondere ist, dass wir auch Freunde und Bekannte bzw. Borbecker Bürger einladen, das macht das Üben noch vielseitiger“, sagt Linnemann-Laaks. Über aktuelle Kurse können Sie sich unter Tel. 0201 6400 1022 informieren. Zehn Termine kosten 90,00 Euro für externe Teilnehmer.