Ein offenes Ohr, ein Lächeln, ein freundliches Wort. Die Krankenhausseelsorger des Katholischen Klinikums Essen sind für Patienten und Angehörige da, die ein Gespräch suchen oder einen Zuhörer brauchen. Gesund in Essen sprach mit Diakon Joachim Vogt, Seelsorger am St. Vincenz Krankenhaus.

Herr Vogt, wie kamen Sie zur Seelsorge?
Schon während meines Theologiestudiums in den 80er Jahren entstand ein erster Kontakt zu der Einrichtung der Telefonseelsorge und ich begann zunächst ehrenamtlich den Dienst dort und konnte Menschen in ganz unterschiedlichen Lebens- und auch Krisensituationen am Telefon begleiten.

Welche Aufgaben übernimmt die Seelsorge am Katholischen Klinikum Essen? Wie unterstützen Sie die Menschen?
Auch hier ist „Begleitung“ das entscheidende Stichwort: So wie meine Kollegen am Philippusstift und Marienhospital stehe ich als katholischer Krankenhausseelsorger für die Nähe zu denen, die ihren Aufenthalt im Krankenhaus als eine deutliche Veränderung ihrer alltäglichen Lebensgewohnheiten erfahren. Für viele Patientinnen und Patienten sind mein Besuch und ein Gespräch eine willkommene Gelegenheit, die eigene Situation in den Blick zu nehmen. Meine wichtigste Aufgabe dabei ist das Zuhören. Daneben bemühe ich mich, insbesondere für schwerstkranke und sterbende Patienten und ihre Angehörigen da zu sein. Selbstverständlich steht die katholische Krankenhausseelsorge im Katholischen Klinikum Essen auch für die sonntägliche Feier der Heiligen Messe in den Krankenhauskapellen an den drei Standorten und die Möglichkeit, die Krankenkommunion und die Krankensalbung zu empfangen.

Welche Rolle spielt Seelsorge heute in einem modernen Krankenhaus?
Die Abläufe in einem modernen Krankenhaus sind heute weitgehend geprägt von den Erfordernissen einer hochtechnisierten Medizin. In diesem Zusammenhang kann die Seelsorge eine wertvolle Ergänzung darstellen. Ich versuche stets, den ganzen Menschen mit Körper, Geist und Seele in den Blick zu nehmen und bei meinen Besuchen den Patienten auch angemessen Zeit zu geben.

Was tun Sie für das körperliche und seelische Wohl der Patienten?
Es mag vielleicht zunächst ein wenig überraschend klingen, aber ich erlebe es immer wieder: Es sind im Wesentlichen drei Faktoren, die meine Arbeit mit den Menschen im Krankenhaus bestimmen. In der Regel bringe ich Zeit mit, wenn ich mit Patienten spreche. In meiner Wahrnehmung ist nicht die Anzahl der Gespräche wichtig, die ich im Krankenhaus führe, sondern deren Intensität. Darüber hinaus habe ich selten „Lösungen“ für die Fragen und Probleme anderer, sondern bemühe mich, aktiv zu hören, was meine Gesprächspartner bewegt und beschäftigt. Und als Letztes ist mir eine hohe Wertschätzung für Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und von ihrer Glaubensgeschichte, wichtig.

Gibt es ein Erlebnis innerhalb Ihrer seelsorgerischen Tätigkeit am Katholischen Klinikum Essen, das Sie nachhaltig beeinflusst hat oder Ihnen im Gedächtnis geblieben ist?
Manchmal gibt es Rückmeldung zu meiner Tätigkeit im Krankenhaus. Jemand wird nach einer Zeit wieder neu stationär aufgenommen oder Angehörige begegnen mir im Krankenhaus oder auch im Umfeld der katholischen Pfarrei St.Nikolaus und bedanken sich für einen Besuch oder eine Begleitung. Je intensiver der Kontakt zu einzelnen Menschen im Krankenhaus wird, umso mehr bleiben mir die Begegnungen natürlich im Gedächtnis.

Wie ist die Seelsorge in den normalen Klinikalltag eingebunden?
Die Krankenhausseelsorge wird von vielen Mitarbeitern der unterschiedlichen Berufsgruppen als hilfreiche und wertvolle Unterstützung ihrer Sorge um die kranken Menschen im Katholischen Klinikum Essen wahrgenommen. Immer wieder werde ich von ihnen zur Hilfe gerufen und um ein Gespräch mit einzelnen Patienten oder mit Angehörigen gebeten. Für solche Hinweise bin ich sehr dankbar.