Ein stolperndes Herz, Brustenge und Luftnot bis hin zur Ohnmacht: Patienten mit Herzrhythmusstörungen sind in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Nicht selten raubt das rasende Herz Betroffenen den nächtlichen Schlaf. Mit „fire and ice“ oder auch Hitze und Kälte setzt das Katholische Klinikum Essen – als einziges Krankenhaus in der Region – dem Leid ein Ende.

Vorhofflimmern ist therapierbar, lautet die gute Nachricht von Prof. Hailer, Leitende Ärztin der Medizinischen Klinik II – Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Katholischen Klinikum Essen. Die Krankheit gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. „Damit hat Vorhofflimmern eine enorme Bedeutung, auch, weil sich daraus eine Herzschwäche entwickeln kann und die Gefahr eines Schlaganfalls besteht“, sagt die Professorin.

Schaubild Kyroablation

Schaubild zur Kryoablation

Lungenvenen lösen elektrische Impulse aus
Der Leitenden Ärztin zufolge wird jeder vierte Erwachsene im Laufe seines Lebens mit Vorhofflimmern zu tun haben. In der Europäischen Union erkranken jährlich zwischen 120.000 und 200.000 Menschen daran. Prof. Hailer bezieht sich auf aktuelle Hochrechnungen, nach denen im Jahr 2030 zwischen 14 und 17 Millionen EU-Bürger davon betroffen sein werden. Hauptverantwortlich für Vorhofflimmern sind in den meisten Fällen Lungenvenen, die elektrische Impulse auslösen und damit die Störungen verursachen. Am Katholischen Klinikum Essen werden diese Venen mittels eines dreidimensionalen Navigationssystems, das auf einem Bildschirm den linken Vorhof exakt und in Echtzeit darstellt, aufgesucht und isoliert. Das Krankenhaus ist das einzige in der Essener Region, das diese Therapie anbietet. Bei der sogenannten Kryoablation führen die spezialisierten Kardiologen per Katheter und mit bildlicher Unterstützung durch das sogenannte 3D-Mapping einen mit flüssigem Kühlmittel gefüllten Ballon in die Lungenvenen und veröden auf diese Weise das Gewebe. Die elektrischen Impulse werden damit gestoppt.

Hohe Erfolgsrate schon beim ersten Eingriff
Ein ähnliches Verfahren mit Hitze statt Kälte wird bei Vorhofflimmern schon länger durchgeführt. Dabei werden mit einer Katheterspitze Punkt für Punkt Narben um die Vene herum gesetzt. Auch hier kommt es zu einer Verödung. Dieser Prozess ist allerdings sehr langwierig und wird deshalb zunehmend durch das neue Verfahren abgelöst. „Die Kryoablation ist schneller mit hoher Erfolgsrate“ lobt Prof. Hailer die neue Methode.

Eine Alternative zu den operativen Verfahren sind Medikamente. Die würden jedoch nicht an der Ursache ansetzen, sondern lediglich Symptome unterdrücken, so die Medizinerin, die sagt:

„Patienten mit Vorhofflimmern müssten die Medikamente ihr Leben lang nehmen. Setzen sie sie ab, treten die Probleme wieder auf.“ Darüber hinaus hätten die Tabletten teilweise „nicht unerhebliche Nebenwirkungen“. Wollen Patienten ihre Beschwerden loswerden, rät die Professorin deshalb eindeutig zur Kryoablation.

Ihre Fachklinik vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Medizinische Klinik II – Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie
Prof. Dr. Birgit Hailer
Leitende Ärztin

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