GesundInEssen.de sprach mit Prof. Dierk Vorwerk, Direktor des Instituts für Radiologie und gewählter Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft (ab 2015), über die bildgesteuerte Schmerztherapie der Wirbelsäule bei Rückenschmerzen. Die Deutsche Röntgengesellschaft wurde 1905 in Berlin gegründet und widmet sich der Förderung der Radiologie in allen ihren Bereichen einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagenforschung.

Prof. Vorwerk, die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) ist die wissenschaftliche Gesellschaft für Radiologen. Wie profitieren Patienten von der Arbeit der Gesellschaft?
Unser Hauptanliegen ist, die Ärzte wissenschaftlich und bezüglich des aktuellen Fachwissens immer auf dem neusten Stand der Entwicklungen zu halten. Die Patienten profitieren davon, indem die Ärzte gut ausgebildet und gut informiert sind.
Wir führen auch direkte Patientenaktionendurch – meistens im Zusammenhang mit dem Röntgenkongress. Außerdem informieren wir Patienten direkt über unsere Internetseite und die Social Media Kanäle über wichtige Themen. Außerdem geben wir bereits im zweiten Jahr ein Patientenmagazin heraus, in dem in gut verständlicher Weise aktuelle Themen der Radiologie behandelt werden.
Bei den Röntgenkongressen haben wir außerdem immer eine Journalistenrunde, zu der wir Medizinjournalisten einladen, die wir dann über aktuelle Themen informieren. Auch das dient letztlich der Information von Patienten.

Welche Ziele hat die DRG noch?
Unsere primäre Aufgabe ist es, den wissenschaftlichen Standard unter den deutschen Radiologen hoch zu halten. Außerdem vertreten wir gemeinsam mit den radiologischen Berufsverbänden die Radiologen berufspolitisch – auch gegenüber übergeordneten Fachverbänden wie der Ärztekammer.

Können sich Patienten auch direkt an die DRG wenden?
Selbstverständlich. Die DRG vermittelt beispielsweise Ansprechpartner vor Ort. Es wenden sich auch Patienten an uns, die wissen möchten, welches therapeutische Verfahren ihnen helfen kann, wie zum Beispiel die bildgesteuerte Gefäßerweiterung der Arterien und Venen, oder die bildgesteuerte Schmerztherapie der Wirbelsäule.

Patienten haben oft die Sorge, dass sie bei Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren hoher Strahlung ausgesetzt sind. Können Sie das bestätigen?
Bei jeder röntgengesteuerten Untersuchung tritt eine gewisse Strahlenexposition auf, die nicht wegzuleugnen ist. Allerdings sind die Geräte heute so konzipiert, dass sie gepulst arbeiten. Das bedeutet, dass nicht dauernd ein Bild erzeugt wird, sondern es werden zum Beispiel 7,5 Bilder pro Sekunde gemacht, dadurch ist die Strahlung erheblich geringer als noch vor einigen Jahren.
Bei der Computertomografie werden immer nur einzelne Bilder gemacht, die dann eine Momentaufnahme zeigen. Die Strahlendosis ist dadurch niedrig. Ein Erwachsener muss keine Angst haben, dass dadurch ein Tumor erzeugt wird. Dosen, die direkte Schädigungen nach sich ziehen, wie zum Beispiel eine Hautschädigung, treten bei diesen Untersuchungen nicht auf.

Vielen Dank für das sympatische Gespräch, Herr Prof. Vorwerk.
Das Gesund in Essen Team.
Essen, 19.08.2014