In freudiger Erwartung: Vorbereitungen auf den Start ins Leben

Etwa 40 Wochen dauert es, bis sich aus einer winzigen Eizelle ein fertiger kleiner Mensch entwickelt hat. Wertvolle Zeit für Mutter und Kind, sich miteinander vertraut zu machen und auf den großen Tag vorzubereiten. Im dritten Teil unserer Serie über die Geburtshilfe am Marienhospital Altenessen beschreiben Chefarzt Dr. Martin Schütte und die stellvertretende Leitende Ärztin Dr. Justine Speth, wie die Entwicklung des Ungeborenen ab dem 7. Monat bis zur Geburt verläuft.

Höchste Zeit für Geburtsvorbereitung
Nach den aufregenden ersten zwölf Wochen und dem vergleichsweise entspannten zweiten Schwangerschaftsabschnitt vom 4.– 6. Monat beginnt mit der 28. Woche das letzte Drittel der Schwangerschaft. Ab jetzt geht es buchstäblich rund: Höchste Zeit für die werdenden Eltern, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen und zu entscheiden, wo und auf welche Weise die Geburt stattfinden soll. „Nicht einmal fünf Prozent der Babys halten sich an den exakten Terminplan“, sagt Dr. Schütte, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. „Die Mehrzahl der Kinder kommt im Zeitraum zwei Wochen vor oder nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt.“

Geburtsposition
Zwischen der 28. und 32. Woche ist der grundlegende Aufbau des Gehirns abgeschlossen. Der Fötus kann jetzt die Augen öffnen und sammelt Fettreserven an, die ihm nach der Geburt helfen, seine Körpertemperatur zu regulieren. Spätestens in der 35. Woche drehen sich die meisten Föten mit dem Kopf nach unten in ihre Geburtsposition. Kinder, die jetzt auf die Welt kommen, zählen noch zu den späten Frühchen und brauchen eventuell eine Atemhilfe.

„Auf unserer Entbindungsstation hält sich rund um die Uhr ein qualifiziertes Team aus Ärzten/Ärztinnen, Hebammen und Pflegekräften bereit, das auf alle Fälle bestens vorbereitet ist“, erklärt Dr. Schütte. „Darüber hinaus steht ein Kinderintensivmediziner der Universitätsklinik Essen unter Rufbereitschaft zur Verfügung, um im Ernstfall eingreifen zu können.

Und wie geht’s der Mama?
Die Mutter hat etwa zehn bis zwölf Kilogramm zusätzliches Gewicht mit sich herumzutragen und kämpft des öfteren mit Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen oder Schlaflosigkeit. Der Druck auf die Blase führt zu häufigerem Harndrang. Unterdessen „trainiert“ die Gebärmutter für die Geburt, indem sie sich immer mal wieder zusammenzieht. Die kurzen, meist schmerzlosen Kontraktionen – sogenannte „Übungswehen“ – halten die Muskulatur elastisch.

„Hochschwangere sollten sich ohne schlechtes Gewissen auszuruhen, wann immer es notwendig und möglich ist“,

rät Dr. Justine Speth, stellvertretende Leitende Ärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Gespräche mit der Hebamme, der Ärztin oder dem Arzt und der Austausch mit anderen Schwangeren helfen, aufkommende Ängste abzubauen und das Vertrauen zu sich selbst zu stärken.

Vorsorgeuntersuchungen schaffen Sicherheit
Ab der 32. Schwangerschaftswoche finden die Vorsorgetermine vierzehntägig, kurz vor der Geburt dann wöchentlich statt. Zwischen der 29. und 32. Woche steht die letzte der insgesamt drei Ultraschalluntersuchungen an.

„Falls sich Auffälligkeiten zeigen, können zusätzliche Screenings sinnvoll sein, um entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen zu können“,

so Dr. Speth. Zum Vorsorgeprogramm gehört außerdem ein Hepatitis-B-Test in der 32. bis 36. Woche, um das Baby bei Infektionsgefahr gegebenenfalls direkt nach der Geburt zu impfen.

37. Woche: Jetzt kann es jederzeit losgehen
Zum Ende des 9. Schwangerschaftsmonats sind die sogenannte Lanugobehaarung und Käseschmiere fast komplett verschwunden, die Lungen ausgereift und auch alle anderen Organe voll entwickelt. Der Fötus misst durchschnittlich etwa 48 Zentimeter, wiegt ungefähr 2.950 Gramm und ist mit allem Fähigkeiten ausgestattet, die er für das Leben außerhalb des Mutterleibes braucht. Die Geburt kann jetzt jederzeit beginnen, aber auch noch drei bis vier Wochen dauern.

„Die letzte Zeit der Schwangerschaft stellt die werdenden Mütter – und natürlich Väter – oft auf eine harte Geduldsprobe“, räumt Dr. Schütte ein und beruhigt: „Manchmal lassen sich die Kleinen reichlich Zeit, manchmal brauchen sie Unterstützung, aber in den meisten Fällen kommen die Kinder gesund und ohne Komplikationen zur Welt.“

 

Kontakt:

Katholisches Klinikum Essen
Marienhospital Altenessen
Dr. Martin Schütte
Leitender Arzt
Dr. Justine Szymeczek-Speth
Stellvertr. Leitende Ärztin
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 1851
Mail: gyn@kk-essen.de