Operation, Bestrahlung, Medikamente: Welche Therapieformen sich am besten zur Behandlung von Krebs eignen, berichtet Prof. Dr. Peter Albers, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

Welches sind aktuell die häufigsten Krebserkrankungen?
Prof. Dr. Peter Albers: Insgesamt erkranken jährlich knapp 500.000 Menschen neu an Krebs. Am häufigsten sind Brustkrebs mit mehr als 72.000, Darmkrebs mit etwas mehr als 60.000, Prostatakrebs mit knapp 60.000 und Lungenkrebs mit knapp 54.000 Neuerkrankungen im Jahr.

Welche neuen Erkenntnisse gibt es auf diesen Gebieten?
Prof. Dr. Peter Albers: Fortschritte gab es in den vergangenen Jahren vor allem bei den Immuntherapien: Die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren mobilisieren die körpereigene Immunabwehr gegen die Krebszellen – bei einigen Krebsarten, etwa bei bestimmten Formen von fortgeschrittenem Lungenkrebs, schwarzem Hautkrebs oder Harnblasenkarzinom leben die Patienten dadurch deutlich länger als mit Chemotherapie. Außerdem stehen mittlerweile Medikamente zur Verfügung, die gezielt an charakteristischen Strukturen der Tumorzellen andocken und so ihr unkontrolliertes Wachstum hemmen. Auch in der Diagnostik hat sich viel getan: Für einige der zielgerichteten Medikamente kann man nach einer molekulargenetischen Untersuchung des Tumors vorhersagen, ob sie wirken werden oder nicht – das erspart den Patienten unnötige Therapien und Nebenwirkungen. Insgesamt gilt aber: Krebs ist eine komplexe Erkrankung – selten beruht der Behandlungserfolg auf einem Medikament oder einer Maßnahme alleine. Meist müssen mehrere Therapieformen zusammenwirken.

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