Ursula Frigger ist seit 29 Jahren Hebamme im Marienhospital Altenessen

„Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten“, fragt Ursula Frigger und führt Ihre Gäste in einen gemütlich eingerichteten Aufenthaltsraum: warme Wandfarben, in zartem Orange gehaltene Vorhänge, eine einladende Couch. Kurze Zeit später steht die Frau, die sonst eher in Eile über die Gänge flitzt, entspannt mit Gläsern und einer Flasche Wasser in der Hand im Zimmer. Jetzt hat sie Zeit. Für das Fotoshooting des Patientenmagazins „Gesund in Essen“ nutzt die Leitende Hebamme lieber ihre Freizeit als ihre Arbeitszeit. Ihren Dienst widmet sie ganz den Frauen und Neugeborenen, die sie betreut.

Ursula Frigger ist seit 39 Jahren Hebamme. 1979 stieg sie in den Beruf ein. An die Gründe ihrer Berufswahl kann sie sich heute nicht mehr genau erinnern. „Das ist so lange her“, sagt Frigger. Sie wollte helfen und etwas mit Frauen zu tun haben, erinnert die 60-Jährige sich vage und schwelgt gedanklich zurück in eine Zeit, in der Frauen unter dem Slogan „Mein Bauch gehört mir“ für mehr Selbstbestimmung während der Geburt kämpften.

Nach wenigen Stationen wechselte Frigger 1989 ans Marienhospital Essen, dem sie inzwischen seit 29 Jahren die Treue hält – seit 1994 als Leitende Hebamme. „Wir sind ein gutes, eingespieltes Team“, erklärt die Frau aus Essen, warum sie sich im Marienhospital Essen so wohl fühlt. Vor allem schätzt sie die zugestandene Selbstständigkeit. Wir dürfen als Hebammen viele Entscheidungen eigenständig mit den Frauen treffen und arbeiten dabei eng mit Ärzten, Kinderkrankenschwestern und auch untereinander zusammen.

 

„Ich verstehe mich als Anwältin der Kinder“

 

Die Leitende Hebamme ist für die Organisation im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation verantwortlich, in vielen Dingen Ansprechpartnerin für Frauen, Ärzte und Kolleginnen auf der Station und übernimmt nebenbei die üblichen Dienste, wie alle anderen Hebammen auch. Dabei sind ihr eine hervorragende Qualität der Betreuung und das Wohl der Neugeborenen besonders wichtig. „Ich verstehe mich als Anwältin der Kinder“, sagt Ursula Frigger. „Die haben nämlich noch keine eigene Stimme.“

Ihr Einfühlungsvermögen und Engagement wissen auch die Mütter zu schätzen, die gern wiederkommen. „Manche Familien betreue ich bereits in dritter Generation“, sagt Ursula Frigger. Mädchen, denen sie selbst auf die Welt geholfen hat, kommen inzwischen als (werdende) Mütter wieder. „Die Großmütter erkennen mich zum Teil wieder“, sagt die Hebamme und lächelt.

Die während ihrer ersten Berufsjahre von Frauen erkämpfte Autonomie Schwangerer und Gebärender ist inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Im Marienhospital Essen können Frauen von der Wassergeburt über die Entbindung im Bett bis zur Geburt auf dem Hocker zwischen verschiedensten Gebärpositionen wählen und über die Zufuhr von Schmerzmitteln selbst entscheiden. Die Hebammen nehmen sich Zeit, legen Wert auf individuelle, persönliche und familienorientierte Betreuung. Darüber hinaus bietet das Krankenhaus regelmäßig Kurse an, wie die Elternschule, Geschwisterkurse und später auch Baby-Massagekurse und Spielanregungen für ältere Kinder.


Ihre Fachklinik vor Ort

Contilia Gruppe
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Ursula Frigger
Leitende Hebamme

Marienhospital Altenessen
Hospitalstraße 24
45329 Essen
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