Taube Hände und jahrelange Schmerzen: Rentner freut sich über feinmotorischen Neustart nach Karpaltunnel-OP

Vor wenigen Jahren fuhr Bernhard Schäfer als 80-jähriger noch auf Skiern die Pisten herunter. Heute trifft er sich mit den Skifreunden von früher gern im Schwarzwald zum Wandern und abendlichen Rommé-Spielen. In der Essener Heimat schließt er sich einmal in der Woche einer Damengruppe zum Nordic Walking an. „Die Frauen sind alle 20 Jahre jünger als ich, aber ich laufe ihnen immer noch davon“, freut sich Bernhard Schäfer über beste Gesundheit und Fitness: „Für meine 84 Jahre fühle ich mich topfit“.

Umso ärgerlicher war es für den Senior, dass er sich seit Jahren wegen kribbelnder Hände die Nächte um die Ohren schlug, Taubheitsgefühle in den Händen hatte und feinmotorisch eingeschränkt war. „Ich konnte mir nicht mal mehr die Knöpfe meiner Hemden schließen“, so Bernhard Schäfer, der schließlich bei einer neurologischen Untersuchung eine schlechte Prognose für die Erholung seiner Hand erhielt: Ob die Nerven sich noch einmal erholen würden, sei fraglich.

Für den aktiven Rentner höchste Zeit, sich vertrauensvoll an Dr. Christoph Eicker, Leitender Arzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie im Philippusstift Essen, zu wenden. „Ich habe geschludert und gehofft, dass es von allein weggeht, den Arztbesuch hinausgezögert, weil ich Angst vor einer Operation hatte“, räumt Bernhard ein. Die war aber tatsächlich überfällig. „Es wurde immer schlimmer“, sagt er und nimmt sich schließlich den Rat von Dr. Eicker zu Herzen: Im Februar 2018 operiert der Chirurg die rechte Hand des 84-Jährigen, ein halbes Jahr später die linke.

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Enge in der Hand, die durch eine Schwellung hervorgerufen wird. Ursachen können Überlastungen sein oder auch Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Gicht oder Fettstoffwechselstörungen. Durch den Platzmangel im Karpaltunnel wird der Mittelhandnerv (Nervus medianus) eingeengt. Die Weiterleitung von Nervenimpulsen ist gestört. Die dadurch entstehende Verzögerung äußert sich unter anderem durch das nächtliche Kribbeln in der Hand oder durch Schmerzen im Arm.

In einer 10- bis 15-minütigen Operation untertunnelt das Ärzte-Team um Dr. Eicker ein straffes Band, im Fachjargon Reinaculum flexorum genannt, das alle Beugesehnen und Nerven bedeckt, die durch den knöchernen Kanal der Hand laufen. Der unkomplizierte Eingriff soll Platz für Nerven und Sehnen in der Hand schaffen. Viele spüren danach eine deutliche Besserung ihrer Symptome. Der Kraftverlust in der Hand lässt nach und feinmotorische Arbeit ist wieder möglich.

Auch Bernhard Schäfer war nach den Eingriffen begeistert: „Die Beschwerden haben sich sofort gebessert und wenn Sie eine Naht sehen wollen, müssen Sie zweimal hingucken. Ich kann das Philippusstift und Dr. Eicker mit seiner Fachkompetenz nur weiterempfehlen.“ Ganz weg sei das Taubheitsgefühl zwar nicht. Das schiebt der Rentner auf die vielen Jahre, in denen er die Symptome ignoriert hatte. „Aber es schmerzt nicht mehr, die Hände schlafen nachts nicht mehr ein und ich kann mit beiden Händen meinen Garten versorgen und sogar kleine Dinge vom Boden aufheben, wie Blätter.“ Daran sei vorher nicht zu denken gewesen. „Ich kann jedem, der solche Beschwerden hat, nur zu der OP raten – je eher, desto besser“, sagt der Rentner und freut sich auf noch viele weitere Ausflüge mit seinen früheren Skifreunden oder der Nordic-Walking-Gruppe – diesmal ganz ohne Schmerzen.