Überlastete Hand nach chirurgischem Eingriff schnell wieder funktionsfähig

Übermäßiges Tippen von WhatsApp-Nachrichten, Klicken auf der Computermaus oder filigranes Basteln: Wird die Hand überreizt, kann ein Karpaltunnelsyndrom die Folge sein. Die Hand fängt an zu Kribbeln, verliert ihre Kraft, vor allem feinmotorische Arbeit ist nicht mehr möglich. Handspezialisten im Borbecker Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus Essen wissen, wie Sie die Krankheit wieder loswerden oder von vornherein verhindern.

 

Steife Finger und Kraftverlust

Mit steifen, ungelenkigen Fingern am Morgen schleicht sich das Leiden scheinbar harmlos heran. Nach kurzem Kneten sind die Gliedmaßen wieder voll funktionsfähig. „Ich habe ja nichts“, denken sich viele Betroffene daher. Nächster Schritt ist ein Kraftverlust: Aus unerklärlichen Gründen fällt die Tasse herunter. Schließlich raubt das Gefühl von krabbelnden Ameisen in der Hand den nächtlichen Schlaf. „Dieser Leidensdruck ist der Grund, warum viele dann doch einen Arzt aufsuchen“, beobachtet Dr. Eicker, Leitender Arzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie im Philippusstift.
Das Karpaltunnelsyndrom ist eine durch Schwellung hervorgerufene Enge in der Hand. Durch den Platzmangel im Karpaltunnel wird der Mittelhand Nerv (Nervus medianus) eingeengt und die Weiterleitung von Nervenimpulsen ist gestört. Dadurch entsteht eine Verzögerung, die sich beispielsweise durch das nächtliche Kribbeln in der Hand oder Schmerzen im Arm äußert.

 

Ihre Fachklinik vor Ort

Contilia-Gruppe
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie

Dr. Peter Kaivers, Dr. Christoph Eicker
Leitende Ärzte

St. Vincenz Krankenhaus
Von-Bergmannstraße 2
45141 Essen
Fon: 0201 6400 3100
Mail: p.kaivers@kk-essen.de

Philippusstift
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Fon: 0201 6400 3201
Mail: c.eicker@kk-essen.de

Zahlen und Fakten

  • Jeder Sechste erleidet ein Karpaltunnelsyndrom
  • Die Retinakulumspaltung gehört in Deutschland mit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen
  • Frauen sind zehnmal häufiger betroffen als Männer

 

Typische Symptome:

  • Morgensteifigkeit der Hand
  • Kraftverlust
  • Vor allem nachts das Gefühl laufender Ameisen in der Hand (lässt beim Aufstehen wieder nach)
  • Schmerzausstrahlung in den Arm

 

Überlastung, Gicht oder Diabetes mögliche Ursachen

Ursachen können Überlastungen sein oder Krankheiten wie beispielsweise Diabetes, Rheuma, Gicht und Fettstoffwechselstörungen. Betroffen sind überwiegend Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren. Unter den wenigen betroffenen Männern arbeiten viele in Berufen mit feinmotorischer Arbeit. „In den USA haben viele Bewerber eine Zeit lang nur einen Arbeitsvertrag bekommen, wenn sie dem Arbeitgeber eine Spaltung des Karpaltunnels vorweisen konnten“, berichtet Dr. Eicker von ungewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen mancher Firmen aus Übersee.

 

Karpaltunnel-Operation erfolgt ambulant in wenigen Minuten

Zur Prävention wie in den Staaten empfiehlt der Mediziner eine Karpaltunnel-OP zwar nicht. Bei den genannten Beschwerden kann sie aber eine schnelle Besserung bringen und den zunehmenden Kraftverlust in der Hand sowie die Unfähigkeit zu feinmotorischer Arbeit verhindern. Dabei untertunneln Chirurgen im Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus des Katholischen Klinikums Essen ein straffes Band (Fachbegriff: Retinaculum flexorum), das alle Beugesehnen und Nerven bedeckt, die durch den knöchernen Kanal der Hand laufen. Durch die Durchtrennung des Bandes haben Nerven und Sehnen wieder mehr Platz und die Beschwerden lassen nach.

Das Karpaltunnelsyndrom wird in der Regel ambulant operiert. Die OP nimmt nicht mehr als 10 bis 15 Minuten in Anspruch. Wegen der anhaltenden örtlichen Betäubung müssen Patienten zu Hause noch 24 Stunden zum Beispiel von einem Angehörigen beobachtet werden. Die Ruhigstellung erfolgt durch einen Wattepolsterverband. Nach etwa zwei Wochen Schonhaltung, Physiotherapie und ggf. Lymphdrainage ist die Hand üblicherweise wieder voll einsatzbereit.