Pulmonale Hypertonie ist eine Krankheit, der Ärzte und Betroffene häufig hilflos gegenüberstehen. Dr. Stefan Matzko, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und internistische Intensivmedizin am Katholischen Klinikum Essen, berichtet von dem großen Problem Organmangel und einer Patientin, die er auch nach Jahren nie vergessen hat.

 

Matzko
Dr. med. Stefan Matzko, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und internistische
Intensivmedizin am Katholischen Klinikum Essen © Katholisches Klinikum Essen

Was sollten Patienten mit pulmonaler Hypertonie vermeiden?

Dr. Matzko: Alles, was die Lunge schädigen kann. Zum Beispiel gibt es Drogen, die einen schädigenden Faktor ausüben. Aber selbstverständlich auch das Zigarettenrauchen. Darüber hinaus jede Form der körperlichen Überforderung. Auch der Lungenkranke sollte Lungensport machen, aber nie an die Reserven gehen: Laufen auf dem Laufband, Fahrrad fahren, Schwimmen. Aber nicht: Sprint, Squash spielen oder nur auf Muskelaufbau trainieren.

Welche Therapie-Möglichkeiten bestehen?

Dr. Matzko: Dafür gibt es einen Stufenplan. Zunächst werden Medikamente verschrieben. Darüber hinaus gibt es inhalative Behandlungsmöglichkeiten. Die letzte Option ist die Lungen- oder kombinierte Herz-Lungen-Transplantation. Und da – das erleben wir im Augenblick alle durch die Berichterstattung in den Medien – scheitert es ganz häufig am Organmangel, am Spendermangel oder der fehlenden Spenderbereitschaft. Bei einer Lungentransplantation oder auch der kombinierten Herz-Lungentransplantation haben Sie eine Abstoßungsrate von 50 Prozent in fünf Jahren.

Ist Ihnen dennoch eine Patientengeschichte in Erinnerung geblieben, die anderen Mut macht?

Dr. Matzko: Eine ganz junge Frau, Mitte 30. Als ich sie kennenlernte, hatte sie diese Krankheit schon fünf Jahre. Sie lag fast nur noch im Krankenhaus, war seit Jahren bettlägerig. Für sie war selbst der Wechsel vom Bett auf den Toilettenstuhl ein Kraftakt wie für einen Marathonläufer der komplette Marathon. Im Alter von 35 Jahren ist sie transplantiert worden – erfolgreich. Sie hat noch mal ein ganz neues Leben angefangen, konnte Dinge tun, die sie fast nie in ihrem Leben getan hat, konnte tanzen gehen als junge Frau. Das war wie eine Wiedergeburt, ein tolles Erlebnis.

 

Kontakt
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Medizinische Klinik IV – Innere Medizin, Geriatrie und Pulmonologie
Dr. med. Stefan Matzko, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und internistische Intensivmedizin

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Glossar: Was ist pulmonale Hypertonie?