Thomas Füssler spricht über eine lebensrettende Operation und seine Leidenschaft zum phev

Thomas Füssler hat nicht geahnt, dass die vermeintlichen Anzeichen einer Erkältung Vorboten der lebensbedrohlichen Lungenkrankheit CTEPH* waren. Im Gespräch mit GesundInEssen.de erzählt der Fotojournalist, wie ihm eine gebrochene Rippe das Leben rettete und warum er heute wieder ein fast normales Leben führen kann.

Rippenbruch durch starken Husten
Atemnot, Husten und Müdigkeit: Die ersten Anzeichen seiner Krankheit versuchte Thomas Füssler zu ignorieren. Als ihm Treppensteigen und andere einfache Tätigkeiten immer schwerer fielen, bekam er es mit der Angst zu tun. Der Husten entwickelte sich letztlich so stark, dass er sich dadurch eine Rippe brach. Ärzte diagnostizierten die Krankheit CTEPH und warnten, ein operativer Eingriff sei zwar möglich, aber nicht ungefährlich. Die Operation, bei der Chirurgen die Lungenarterien ausschälen, wird stets unter Vollnarkose und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Dieser schwerwiegende Eingriff  kann nur im Kreislaufstillstand durchgeführt werden, weshalb der Körper des Patienten auf 18 °C abgekühlt wird. Zur Sicherheit bringt das Ärzte-Team Schrittmacherdrähte und Drainagen ein, die sie ein paar Tage nach der Operation wieder entfernen. Ohne den Eingriff kann die Krankheit mittels Medikamenten zwar eingedämmt, aber weder aufgehalten noch geheilt werden.

„Ich hatte große Angst vor der OP“
„Frustration, Angst, alles kommt zusammen. Ich hatte große Hemmungen darüber zu reden“, schildert Thomas Füssler seine schwierige Situation. Ignorieren konnte er die Krankheit aber auch nicht.

„Als gar nichts mehr ging und alles immer schlimmer wurde, habe ich erkannt, dass ich Unterstützung brauche und mich öffnen muss“.

In seiner Hilflosigkeit wandte sich Thomas Füssler an den gemeinnützigen Verein pulmonale hypertonie e.V. (phev) und dessen Selbsthilfegruppe. Der Verein umfasst 1300 Mitglieder, darunter 900 Betroffene und macht bereits seit 19 Jahren auf die Krankheit Lungenhochdruck aufmerksam. Er ist eine wichtige Anlaufstelle für viele Betroffene und Angehörige.
„Ich wurde sofort sehr herzlich aufgenommen, konnte mich mit anderen austauschen. Wir haben sehr viel zusammen gelacht“, beschreibt Thomas Füssler seine ersten Eindrücke. „Diese Unterstützung war sehr wichtig für mich. Ich hatte große Angst vor der OP.“ Die Mitglieder des Vereins ermutigten ihn letztlich auch zu dem Eingriff, der ihm im September 2014 das Leben rettete.

Thomas Füssler

Thomas Füssler, hier noch mit Sauerstoffgerät

„Ich liebe es zu fotografieren“
Im Anschluss half der enge Kontakt zu seiner Familie und zu Mitgliedern des phev über das Auf und Ab der Krankheit hinweg. Der Verein ist in Internetforen und im sozialen Netzwerk Facebook sehr aktiv. Er selbst schrieb vor der Operation viele Blogs im Internet und veröffentlichte Beiträge auf Facebook, um anderen Mut zuzusprechen.  „Wo du auch bist, wir helfen dir!“, betont Thomas Füssler das Engagement des Vereins, der mittlerweile zu seiner Leidenschaft geworden ist. Im Internet bietet Füssler Besuche bei Betroffenen an, die neben persönlichen Telefonaten immer wieder gern in Anspruch genommen werden.
Nachdem der freie Fotograf seinen Job lange nicht ausüben konnte, hält er mittlerweile wieder Fotoshootings, fotografiert auf verschiedenen Veranstaltungen und manchmal ein Rennen im Motorsport – natürlich mit Einschränkungen und eingeplanten Ruhepausen hinterher. Ein ganz besonderer Moment war für ihn der Besuch eines Spiels des 1. FC Kaiserslautern, auf der Pressetribüne, dreieinhalb Wochen nach seiner OP.

„Das war ein sehr schönes Gefühl, endlich wieder dort oben stehen zu können“, schwärmt Thomas Füssler.

+++Infokasten+++
*Was ist CTEPH?
Die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (kurz CTEPH) stellt eine  seltene Form des Lungenhochdrucks dar. Aufgrund von stark verengten Lungengefäßen muss das Herz mehr Druck aufwenden, um das verbrauchte Blut in die Lunge zu pumpen. Normalerweise liegt der Blutdruck im Lungenkreislauf bei 20/8 mmHg, bei der Krankheit steigt er auf 25/8 mmHg. Folgen sind eine Durchblutungsstörung der Lunge, verschlechterte Sauerstoffaufnahme, Überlastung der rechten Herzkammer bis das Herz schließlich völlig versagt. Die Diagnose ist schwierig, da die Symptome uncharakteristisch sind. Dazu zählen zunehmende Atemnot bei Anstrengungen, allgemeine Müdigkeit und Husten. Der Unterschied von CTEPH zu anderen Formen des Lungenhochdrucks liegt darin, dass ein Teil der Patienten operativ mit einer Pulmonalen Endarteriektomie (PEA) behandelt werden kann.

Kontakt
pulmonale hypertonie (ph) e.v.
Rheinaustraße 94
76287 Rheinstetten
Telefon: 07242 9534 141
E-Mail: info(at)phev.de
Website: www.phev.de