Ein Schlaganfall – und mit einem Mal ändert sich alles. Schlagartig setzen bestimmte Hirnfunktionen aus, Lähmungen, Sprachstörungen und Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Obwohl einige Schlaganfall-Patienten bereits nach wenigen Tagen wieder genesen sind, verläuft die Erkrankung in anderen Fällen schwerer: Das Sprachvermögen ist gestört, und Patienten haben dauerhaft mit Lähmungen zu kämpfen, die einer intensiven Therapie bedürfen. Die neurologische Reha am Katholischen Klinikum Essen unterstützt Betroffene bei ihrem Weg zurück in den Alltag.

Schlaganfall-Spezialstation
Die erste, akute Behandlung von Patienten mit Symptomen eines Schlaganfalls erfolgt auf der Schlaganfall-Spezialstation, der Stroke Unit (engl. Stroke = Schlag) in der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Philippusstift. Die Stroke Unit des Katholischen Klinikums Essen wurde von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert: Für Patienten die Garantie, dass höchste medizinische Standards erfüllt werden. Ärzte und Pflegepersonal überwachen die Schlaganfallpatienten hier rund um die Uhr. „Wir untersuchen unsere Patienten mehrfach täglich auf Funktionsstörungen, machen Bilder vom Gehirn und den Blutgefäßen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie.

„Die Stroke Unit und unsere neurologische Reha liegen schon räumlich nah beieinander. Das bedeutet, dass die sogenannte Frührehabilitation bereits an dem Tag beginnt, an dem die Patienten eingeliefert werden.“

Eine frühe Therapie erhöht die Regenerationschancen deutlich.

Frühzeitige Rehabilitation
Viele spätere Komplikationen lassen sich durch frühzeitige Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie vermeiden. Dr. Gerhard spricht deshalb von einer erweiterten Stroke Unit: „Bei schwer betroffenen Schlaganfallpatienten mit ausgedehnter Halbseitenlähmung oder Schluckstörungen hat sich die frühzeitige Rehabilitation besonders bewährt“, sagt der Facharzt für Neurologie. Generell gilt: Je schneller und gezielter mit der sogenannten Förderpflege in Form der Neurorehabilitation begonnen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine oder wenige Schäden zurückbleiben.

Schon in der Akutstation des Katholischen Klinikums Essen wird mit ersten krankengymnastischen, logopädischen und ergotherapeutischen Übungen begonnen. Diese Übungen werden später in Einrichtungen wie der Essener Reha-Theaterpassage ambulant fortgesetzt. Dort sorgen spezialisierte Pflegekräfte des Neurologischen Therapiezentrums „NETZ“ dafür, dass Schlaganfall-Patienten auch nach ihrem Klinikaufenthalt ganztägig optimal betreut sind. NETZ umfasst sechs Abteilungen: Logopäden, Neuropsychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, die orthopädische Rehabilitation sowie Spezialisten ergänzender Methoden arbeiten gemeinsam daran, dass Schlaganfall-Patienten schnell wieder in den Alltag zurückfinden. So wird zum Beispiel die Beweglichkeit gelähmter Gliedmaßen wiederhergestellt und das Sprechen wie auch Verstehen von Sprache geübt.

Kontakt
Katholisches Klinikum Essen
Philippusstift
Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard
Leitender Arzt
Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie
Hülsmannstraße 17
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