Starke Schmerzen während der Monatsblutung tun viele Frauen als unangenehme Begleiterscheinung ab. Dabei können sie auf eine weit verbreitete Erkrankung hinweisen: die Endometriose. Sie ist eine chronische Krankheit, bei der sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut an anderen Stellen des Körpers ansiedelt, etwa an den Eierstöcken, dem Bauchfell, der Blase oder im Darm. Oft wird die Erkrankung erst im Zusammenhang mit einem unerfüllten Kinderwunsch diagnostiziert. Dr. Martin Schütte, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erklärt, wie Endometriose und Kinderwunsch zusammenhängen.

„Die Endometriose kann den Kinderwunsch erheblich beeinträchtigen und kann im ungünstigsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen“, so Dr. Schütte. Das Gewebe wird mit der Zeit immer größer und Vernarbungen entstehen, die die Funktion der Eileiter und Eierstöcke beeinträchtigen. Sie verwachsen und werden undurchlässig, was Eireifung und Eisprung erheblich stört. Außerdem kann der Spermientransport beeinträchtigt werden. Frühzeitig erkannt, lässt sich die Endometriose aber gut behandeln. Eine Schwangerschaft wird dadurch wieder möglich.

 

Endometriose stört Eireifung und Eisprung

Wie die Endometriose entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Eine gängige Theorie ist, dass sich Partikel aus dem Endometrium, der Gebärmutterschleimhaut, außerhalb der Gebärmutter festsetzen. Dieses kann nicht, wie die Gebärmutterschleimhaut, während der Periode abbluten. „Etwa 15 Prozent der Frauen sind in der Zeit zwischen der ersten Monatsblutung und der Menopause von der Endometriose betroffen“, so Dr. Schütte, „vor oder nach diesem Zeitpunkt tritt sie nicht auf, da die Erkrankung hormonabhängig ist.“

 

Gelbkörperhormone stoppen die Erkrankung

Frau Dirgen mit Tochter Elisa

Diagnostiziert wird die Endometriose zumeist mit einer Bauchspiegelung, die auch Aufschluss über das Ausmaß der Erkrankung gibt. In der Regel werden Patientinnen mit Endometriose im Rahmen der Bauchspiegelung operiert und nachfolgend oft auch medikamentös behandelt. „Zur Bekämpfung der Endometriose setzen wir oft Gelbkörperhormone ein, die die Eierstockaktivität bremsen“, erläutert Dr. Schütte und ergänzt: „Da die Erkrankung hormonabhängig ist, kann sie sich auf diese Weise zurückbilden.“ Allerdings steht diese Therapie auch einer Schwangerschaft entgegen. Sobald ein Kinderwunsch besteht, wird die medikamentöse Therapie daher ausgesetzt und die Eierstöcke werden nicht selten zusätzlich stimuliert. „Die Gelbkörperhormone haben keine nachträglichen Auswirkungen auf eine Schwangerschaft“, entwarnt Dr. Schütte, „nach Aussetzen der Therapie werden betroffene Frauen oft ohne weitere Mittel spontan schwanger.“

 

Bei fortgeschrittener Endometriose hilft OP

Ist die Endometriose bereits weit fortgeschritten und Medikamente bringen keine Besserung, kann das überflüssige Gewebe auch mittels einer Operation entfernt werden. „Am Katholischen Klinikum Essen haben wir, je nach Lage und Schweregrad, verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Hand – von Herausschneiden der Endometrioseherde bis zur Lasertherapie“, berichtet der Gynäkologe. „Bei einem Kinderwunsch muss die Endometriose aktiv bekämpft werden“, so Dr. Schütte, „ist uns das gelungen, steht diesem Wunsch nichts mehr im Weg.“

 

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Contilia-Gruppe
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dr. Martin Schütte
Leitender Arzt

Marienhospital Altenessen
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 1851
Mail: m.schuette@kk-essen.de

Marienhospital kooperiert mit Elisabeth-Krankenhaus

Für eine noch bessere Versorgung kooperiert die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital im Rahmen des Zusammenschlusses unter dem Dach der Contilia Gruppe seit neustem eng mit der Klinik für Neu- und Frühgeborene am Elisabeth-Krankenhaus. So werden mit Stoffwechseltests, Untersuchungen der Herz- und Kreislauffunktionen, Neugeborenenscreenigs sowie einem Hörtest unter anderem die Untersuchungen von Neugeborenen nach der Geburt vor Ort und auf höchstem Niveau sichergestellt. Mit einer 24-Stunden-Notfallversorgung können auch Risikogeburten, Neugeborene mit akuten Erkrankungen oder weitere mögliche Komplikationen optimal behandelt werden.