So vermeiden Sie einen Schlaganfall

Rauchen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder ungesunde Essgewohnheiten erhöhen die Gefahr für einen Schlaganfall. Mit der richtigen Therapie und der richtigen Lebensweise können Sie die Risiken jedoch minimieren.

Jährlich erleiden in der Bundesrepublik laut Deutscher Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie geht von 260.000 Fällen aus. Eine Million Männer und Frauen haben als Folge körperliche oder geistige Behinderungen. „80 Prozent aller Schlaganfälle entstehen durch ein verstopftes Blutgefäß“, sagt Privatdozent Dr. Kastrup, Leitender Arzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie im Philippusstift des Katholischen Klinikums Essen. Bei diesem sogenannten ischämischen Hirninfarkt stirbt Gewebe im Gehirn ab, weil es nicht ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt wird. Ursachen können beispielsweise Herz- oder Stoffwechselerkrankungen sowie eine ungesunde Lebensweise sein.

Im Gefäßzentrum des Katholischen Klinikums Essen beraten Radiologen, Kardiologen, Neurologen und Chirurgen deshalb gemeinsam und in enger Abstimmung mit Ihnen als Patient darüber, wie Sie Risikofaktoren für einen Schlaganfall minimieren. Nach einer ausführlichen Befragung über Gewohnheiten und die Vorgeschichte folgt zunächst eine umfassende klinische, sonologische und radiologische Untersuchung mit allen gängigen technischen Verfahren wie Angiographie, Computertomografie sowie die Magnetresonanztomografie. Auch auf dem Gebiet der minimalinvasiven bzw. interventionellen Verfahren verfügt die Klinik über höchste Qualität. Damit ist für die Ärzte am Katholischen Klinikum Essen auch die bildgesteuerte Behandlung tiefergelegener Strukturen kein Problem. Gefäßverschlüsse können sicher erkannt werden.

Hervorgerufen werden diese Engpässe überwiegend durch Arteriosklerose. Dabei lagern sich nach und nach Fette oder Kalk an den Innenwänden der Arterien ab. Es kommt zu Einengungen und schließlich zum vollständigen Verschluss. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen. „Auch Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Das Herz schlägt unregelmäßig, wodurch sich Gerinnsel (Thromben) in der Vorkammer des Herzens bilden können“, erklärt Prof. Dr. Hailer, Leitende Ärztin der Medizinischen Klinik II – Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Katholischen Klinikum Essen. Löst sich das Gerinnsel, wandert es mit dem Blut Richtung Gehirn und verschließt möglicherweise ein Gefäß. Die betroffene Stelle wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, Nervenzellen sterben ab. Die Folge: ein Schlaganfall.

Während bis vor wenigen Jahren noch blutverdünnende Medikamente das einzige Mittel waren, durch Vorhofflimmern verursachte Thromben zu beseitigen, sind inzwischen weitere Optionen möglich. So werden im Philippusstift und St. Vincenz Krankenhaus sogenannte Schirmchen in das linke Vorhofohr gesetzt, damit sich dort gar nicht erst Gerinnsel bilden können. Dieses Verfahren eignet sich für Patienten, bei denen ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht und die deshalb keine gerinnungshemmenden Medikamente einnehmen dürfen.

Bei größeren Gefäßverkalkungen ist laut Dr. Kastrup in 90 Prozent der Fälle eine Operation die beste Wahl. Unter Leitung von Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorff entfernen Chirurgen der Chirurgischen Klinik I für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie problemlos mögliche Engpässe in Arterien oder Venen.

So können Sie selbst das Risiko für einen Schlaganfall minimieren:

Rauchen, Bluthochdruck, mangelnde Bewegung und Übergewicht begünstigen einen Schlaganfall. Wenn Sie diese Gewohnheiten einstellen oder zumindest einschränken, und sich mit Bluthochdruck oder Diabetes von ihrem Arzt des Vertrauens richtig beraten und gegebenenfalls medikamentös einstellen lassen, erhöht das auch ohne Operation oder Stents Ihre Chancen auf ein langes, gesundes Leben.

 

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt. In seltenen Fällen ist eine Blutung im Gehirn dafür verantwortlich. In 80 Prozent der Fälle ist ein Gerinnsel, das ein Blutgefäß verstopft, die Ursache. Die betroffenen Stellen drohen abzusterben. Deshalb ist bei einem Schlaganfall schnelle Hilfe notwendig. „Viele Patienten sind nach einem halben Jahr wieder symptomfrei“, sagt Dr. Kastrup, Leitender Arzt der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie im Philippusstift des Katholischen Klinikums Essen. „Dabei helfe vor allem eine sogenannte Lysetherapie. Bei Schlaganfällen, die durch ein Gerinnsel ausgelöst wurden, verabreichen Ärzte per Infusion ein Gerinnungsmedikament, das die Engstelle wieder freigeben soll. Außerdem erhalten Menschen, bei denen ein großes Gefäß verschlossen ist, eine Thrombektomie. Dabei wird ein Katheter mit Stent über die Leiste Richtung Gehirn geschoben. Wie ein Drahtkäfig umschließt der Stent das Gerinnsel und der Pfropf wird zusammen mit dem Katheter herausgezogen. Sollte der Schlaganfall durch eine Verengung der Halsschlagader („Karotisstenose“) bedingt sein, ist meist eine operative Plaqueentfernung zur Wiedereröffnung des Gefäßes erforderlich.