Katholisches Klinikum Essen geht mit multimodaler Schmerztherapie chronischen Schmerzen auf den Grund

Monika Hellwig* klagt über starke, andauernde Schmerzen, die von der unteren Wirbelsäule in die Beine ziehen. Auch familiär hat die übergewichtige Frau viel Stress. Ihr Leiden verschlimmert sich stetig. Nichts hat ihr geholfen – bis sie von einer besonderen Therapie im St. Vincenz Krankenhaus hört. Seit Mai bietet das Katholische Klinikum Essen dort neu eine multimodale Schmerztherapie an – und kombiniert schmerztherapeutische Behandlungen mit einer Psychotherapie.

„Die Ursachen chronischer Schmerzen sind komplex“, bemerkt Oberärztin Daniela Wagner, die die Multimodale Schmerztherapie am Katholischen Klinikum Essen leitet. Gemeinsam mit einer nur für die Schmerztherapie zuständigen Psychotherapeutin, speziell ausgebildeten Ergo- und Physiotherapeuten und Kollegen aus den anderen Abteilungen des Katholischen Klinikums verhilft die Schmerztherapeutin Patienten zu weniger Leid und mehr Lebensfreude.

Seelische Faktoren nicht vernachlässigen

Häufig entstehe das Leiden aus einem akuten Ereignis, beispielsweise einer Fehlbelastung. Rezeptoren melden dem Gehirn Gefahr. Der Patient empfindet Schmerzen. „Aber selbst, wenn die Ursache scheinbar geheilt ist, kann es sein, dass diese ‚Schmerzfühler‘ weiterhin auf Alarm eingestellt sind“, so die Ärztin. Auch kleine, eigentlich nicht schmerzhafte Reize wie zum Beispiel Berührungen, Wärme oder starke emotionale Gefühle lösten dann Schmerzen aus oder verstärkten sie. Die Folge ist andauerndes Leiden.

Weil chronische Schmerzen viele Ursachen hätten, dürften auch seelische Faktoren nicht vernachlässigt werden, betont die Ärztin. Die Therapie bedeutet für die Anästhesistin deshalb auch, eine Bewusstseinsänderung herbeizuführen: „Wir möchten erreichen, dass Patienten sich dem Schmerz nicht mehr hilflos ausgeliefert fühlen, sondern selbst ihr bester Therapeut werden“, sagt die Oberärztin. Der Grundstein dafür wird während eines zweiwöchigen stationären Aufenthalts gelegt.

Zehn Behandlungstage stehen während dieser Zeit auf dem Plan. Patienten lernen mithilfe von Ergo- und Physiotherapeuten Bewegungsübungen, die sie zu Hause weiter durchführen können. Zusätzlich werden auch besondere Entspannungstechniken trainiert. In einer täglichen, umfassenden Visite verschafft Oberärztin Wagner sich einen Überblick über die Fortschritte, beantwortet Fragen und stimmt individuell das Behandlungsprogramm ab. „Dafür nehme ich mir auch gerne Zeit“, sagt die Medizinerin. Darüber hinaus steht sie den Patienten einmal in der Woche zum Gruppengespräch zur Verfügung und führt mit jedem aufklärende Einzelgespräche durch. Eine psychotherapeutische Begleitung, die ebenfalls wöchentlich in der Gruppe erfolgt, ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Hierfür ist in der Abteilung eine eigene Psychotherapeutin tätig, die mindestens einmal in der Woche für jeden Patienten auch persönlich da ist, Abgerundet wird die Behandlung durch die Zusammenarbeit mit Neurologen, Orthopäden und den anderen Fachabteilungen des Klinikums.

Erfolge bereits nach zwei Wochen

Bei Monika Hellwig* zeichnen sich bereits nach zwei Wochen stationärem Aufenthalt erste Erfolge ab. Stufte sie ihre Beschwerden vor der Therapie auf einer Skala von null bis zehn noch bei neun und damit sehr hoch ein, bewertete sie ihre Schmerzen danach nur noch mit vier. Die Patientin zeigte sich motiviert und plant, auch zu Hause mit Bewegungsübungen, Entspannungsübungen und gesünderer Ernährung weiterzumachen. Dank der begleitenden psychotherapeutischen Unterstützung lernte sie zu akzeptieren, dass Schmerzen auch durch seelische Probleme verstärkt werden können. „Auch diesen Weg will sie weiter verfolgen“, so Daniela Wagner.

Hilfreich sei eine multimodale Schmerztherapie der Ärztin zufolge bei vielen Arten chronischer Schmerzen. Das Katholische Klinikum Essen legt seinen Fokus dabei auf Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke. Aber auch Patienten mit Nervenschmerzen unterschiedlichster Ursache, Kopfschmerzen oder anderen chronischen Beschwerden finden in der Klinik Hilfe.

*Name von der Redaktion geändert.

 

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Katholisches Klinikum Essen

Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
Daniela Wagner
Fachärztin für Anästhesiologie
Spezielle Schmerztherapie

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