Schnelle Versorgung ohne stationären Aufenthalt: Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) an Krankenhäusern hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Auch am Katholischen Klinikum Essen können Patienten von diesem ambulanten Angebot profitieren.

Für die 64-jährige Christa Sautter, die nach dem Tod ihres Mannes vor eineinhalb Jahren wegen epileptischer Anfälle und zahlreicher Rückenblockaden regelmäßig stürzte, war der Besuch der Einrichtung nach langer Leidensphase ein großer Glücksfall.

Ihre körperliche Schiefstellung fiel Christa Sautter lange Zeit nicht auf – bis sie immer häufiger das Gleichgewicht verlor und sich verletzte. „An einem Tag bin ich 18 Mal gefallen. Einmal habe ich dabei ein Stuhlbein ins Auge bekommen“, erinnert sich die Essenerin, die sich regelmäßig mindestens blaue Flecken zuzog und nicht mehr ohne Rollator aus dem Haus ging. „Wenn Sie dann als Krüppel bezeichnet werden, das tut schon weh“, schluchzt die 64-jährige und versucht mühsam, ihre Tränen zu unterdrücken. Zahlreiche Ärzte habe sie aufgesucht, niemand habe sie ernst genommen. Stattdessen hörte sie immer wieder: „Die Organe sind in Ordnung. Da kann man nichts machen.“

Erleichterung brachte schließlich eine Überweisung durch ihren Hausarzt ins Medizinische Versorgungszentrum Essen-Nord-West. „Dr. Gerhard hat sich sehr lange mit mir unterhalten, sich alles aufgeschrieben und mir schließlich geholfen“, sagt Christa Sautter dankbar. Epileptische Anfälle und zahlreiche Blockaden in ihrem Rücken seien für die Stürze und die Fehlhaltung verantwortlich. „Er hat sich wirklich Mühe gegeben, überlegt, was man machen kann und einen Neurologen und Psychologen mit einbezogen.“

In der physikalischen und rehabilitativen Medizin im Borbecker MVZ werden Patienten ganzheitlich therapiert, nicht nur aus der Sicht einer einzelnen Fachrichtung. Privatdozent Dr. Horst Gerhard, Leiter des Bereichs Physikalische und Rehabilitative Medizin am Borbecker MVZ, nimmt sich Zeit für lange Gespräche und Beratung. Für den Erstkontakt plant der erfahrene Mediziner mindestens eine Dreiviertelstunde ein.

„Wir greifen auf schon vorgenommene Untersuchungen zurück und entwickeln darauf aufbauend einen Rehaplan“, sagt Dr. Gerhard. Unter anderem mit Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen und in Absprache mit dem Patienten selbst stellt er Ziele auf, die Stück für Stück umgesetzt und deren Fortschritte in regelmäßigen Teambesprechungen kontrolliert werden.Weitere notwendige Untersuchungen könnten bei Bedarf noch am selben Tag durchgeführt werden.

Christa Sautter ist durch die Therapie zwar noch nicht geheilt: „Mein behandelnder Physiotherapeut sagt, die vielen Blockaden könnten nicht mit einem Schlag, sondern nur in Etappen gelöst werden“, so die Patientin, die ständig auf ihre Haltung achtet. „Ich fühle mich immer noch schmerzfreier, wenn ich schief laufe.“ Sie stürzt aber nicht mehr und kann immerhin kurze Strecken auch schon an Krücken statt nur mit dem Rollator laufen.

„Ich bin Dr. Gerhard sehr dankbar. Endlich ist mal jemand richtig auf meine Krankheit eingegangen und hat mich nicht einfach mit einer Überweisung abgespeist“, so die Rentnerin. Bis Weihnachten hofft sie, nur noch an einem Stock laufen zu müssen. „Ich würde an meinen Wagen noch eine schicke Schleife binden und ihn verschenken, wenn ich ihn dann endlich los wäre“, lacht sie.

Ihr MVZ vor Ort

Medizinisches Versorgungszentrum Essen-Nord-West
Fachbereich für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Priv.-Doz. Dr. Horst Gerhard
Hülsmannstraße 17
45355 Essen
Fon: 0201 6400 5000 oder -5001
Mail: info@mvz-enw.de