Historische Persönlichkeiten wie Napoleon oder Hemingway sind zu ihren Lebzeiten mit zum Teil fragwürdigen Mitteln therapiert worden. Fünf Mediziner erläutern, wie sie es heute besser machen würden.

König Eduard VII. (links)von Großbritannien (1841 – 1910)
Der exzessive Kettenraucher König Eduard VII. zeigte zwei Tage vor seiner geplanten Krönung deutliche Symptome einer Entzündung des Wurmfortsatzes am Blinddarm mit Durchbruch der Darmwand. Entgegen der damals üblichen Praxis, die eine Behandlung mit Tees und Salben vorsah, entfernte der Hausarzt den Blinddarm des Kronprinzen. Zwei Wochen später wurde die Krönung nachgeholt. Das verhalf der Medizin in Europa zu einem Durchbruch.

Das rät der Mediziner heute:
„Seit Jahrzehnten ist die Operation der akuten Appendizitis die Therapie der Wahl“, stimmt Dr. Dominik Fugmann (rechts), Chefarzt der Chirurgischen Klinik I am Katholischen Klinikum Essen, der Intuition des königlichen Arztes zu. „Heute wird sie zumeist minimalinvasiv durchgeführt und ist mit sehr niedrigen Komplikationsraten verbunden“. Die Diskussion über eine nicht-operative Behandlung der Appendizitis wird derzeit neu geführt. Aus Sicht von Dr. Fugmann kann in frühen Stadien eine Antibiotikatherapie zur Ausheilung führen, eine Operation werde damit aber oft nur aufgeschoben. „Laut einer aktuellen Studie wurde rund die Hälfte aller konservativ behandelten Patienten mit einer frühen Appendizitis innerhalb eines Jahres nach Erstdiagnose trotzdem operiert.“