Historische Persönlichkeiten wie Napoleon oder Hemingway sind zu ihren Lebzeiten mit zum Teil fragwürdigen Mitteln therapiert worden. Fünf Mediziner erläutern, wie sie es heute besser machen würden.

Winston Churchill (links) (1874 – 1965)
Der britische Premier Winston Churchill erlitt im Dezember 1941 eine Herzattacke. Sein Arzt vertuschte die koronare Insuffizienz, um die Öffentlichkeit nicht zu beunruhigen. Die Anzeichen einer fortschreitenden Arterien-Verkalkung wurden jedoch immer deutlicher. Sein Arzt verabreichte Churchill Sulfonamide, die damals aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung als allheilende Antibiotika eingesetzt wurden. Eine weitere Therapie erhielt er nicht. Nach mehreren Schlaganfällen war Churchill teilweise gelähmt und hatte Sprachprobleme. Trotz seines Leidens wurde er 91 Jahre alt.

Das rät der Mediziner heute:
„Winston Churchill hatte bedingt durch seinen ungesunden Lebensstil und sein enormes Arbeitspensum eine Neigung zu erhöhtem Blutdruck“, erläutert Privat-Dozent Dr. Oliver Kastrup (rechts), Leitender Arzt der Klinik für Neurologie am Katholischen Klinikum Essen. Aufgrund dessen sei es zu einer koronaren Herzattacke gekommen. Zu seinem ersten Schlaganfall habe vermutlich eine früher eingetretene Arteriosklerose mit Einengung der Halsschlagader geführt. „Der typische Schlaganfall kündigt sich an durch halbseitige Symptome oder auch durch heftigen Schwindel, doppeltes Sehen, Taubheit im Gesicht und Schluckstörungen“, berichtet Dr. Kastrup und mahnt: „Treten diese Symptome auf, ist rasches Handeln in einem Krankenhaus mit sogenannter Schlaganfalleinheit notwendig.“ Bei Winston Churchill hätte man aus heutiger Sicht eine Einengung von Schlagadern frühzeitig erkennen und so den späteren Schlaganfall vielleicht verhindern können.