Historische Persönlichkeiten wie Napoleon oder Hemingway sind zu ihren Lebzeiten mit zum Teil fragwürdigen Mitteln therapiert worden. Fünf Mediziner erläutern, wie sie es heute besser machen würden.

Napoleon Bonaparte (links)(1769 — 1821)
Napoleon Bonaparte kämpfte im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Erkrankungen, darunter Fieberanfälle, Magenkrämpfe und Darmbeschwerden. Eine Leberentzündung und Magenschmerzen behandelten Ärzte mit Opium, Schwefel, Brech- und Abführmitteln sowie Quecksilberchlorid. Am 5. Mai 1821 starb der französische General. Eine Obduktion ergab zunächst einen Magentumor als Ursache. Knapp ein Jahrhundert später wurden zwei konservierte Gewebeproben aus Napoleons Darm ausgewertet, die auf eine Amöbeninfektion schließen ließen.

Das rät der Mediziner heute:
„Die primäre Option bei Magenkrebs ist immer eine operative Entfernung des Tumors“, sagt Dr. Hans-Georg Krengel (rechts), Chefarzt am Katholischen Klinikum Essen und Facharzt für Innere Medizin. „Eine weitere Möglichkeit wäre Chemotherapie, gerade bei großen oder ausgedehnten Tumoren und Metastasen.“ Die Amöbenruhr würde dank verbesserter Hygienestandards und einem gesunden Ernährungsbewusstsein heute vermutlich kaum noch auftreten. „Die durch eine Amöbe ausgelöste schwere Magen-Darm-Infektion kann Abszesse in der Leber verursachen und äußert sich durch Bauch- und Magenschmerzen, heftige Krämpfe und blutige Diarrhoen“, beschreibt Dr. Krengel. Behandeln würde er sie durch die Gabe von Antibiotika.