„Die meisten Männer wissen mehr über ihr Auto als über ihre Prostata“, sagt Prof. Robert Wammack, Chefarzt der Klinik für Urologie und Neurourologie des Katholischen Klinikums Essen. Dabei kann kaum ein Organ so viele gesundheitliche Probleme verursachen und die Lebensqualität so stark beeinträchtigen.

„Verschlimmernd kommt hinzu, dass auch Männer, die ein Problem erkannt haben, eine Behandlung oft unnötig vor sich her schieben“, ergänzt der Mediziner, der als Chefarzt der größten urologischen Klinik im Raum Essen und Mülheim/Ruhr täglich mit Betroffenen spricht. Doch Prof. Wammack weiß auch:

„Die Befürchtungen, die viele Männer mit einer Erkrankung der Prostata verbinden, sind in der Regel unbegründet.“

Ständiger Harndrang
Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt unterhalb der Harnblase des Mannes und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. Im Laufe des Lebens kann sich das Prostatagewebe vergrößern. Folge: Die Harnröhre wird allmählich zusammengedrückt, es kommt zu Störungen des Harnflusses. Betroffene verspüren auch nachts ständigen Harndrang und haben das unangenehme Gefühl, dass ihre Blase nie ganz leer ist. Manch einen befällt dann die Angst vor Prostatakrebs. „Die meisten Männer haben es jedoch mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata zu tun“, gibt Prof. Wammack Entwarnung. Früher oder später ist von einer solchen Gewebevergrößerung fast jeder Mann betroffen:

„Schon bei den über 50-Jährigen trifft es jeden Zweiten. Häufiger Harndrang, tröpfelnder Urin oder auch Potenzprobleme sind die typischen Beschwerden.“

Nierenschäden
Verharmlosen sollten Betroffene die Erkrankung allerdings nicht, denn auch eine gutartige Veränderung kann gefährlich werden. „Verbleibender Urin in der Blase ist Nährboden für Bakterien, die sich dort ungehindert vermehren“, erläutert Prof. Wammack. „Zudem begünstigt Restharn die Entstehung von Blasensteinen.“ Ist die Prostata stark vergrößert, drohen sogar Nierenschäden.

Diagnose
Männer mit typischen Symptomen sollten also frühzeitig einen Urologen aufsuchen. „Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten“, sagt Prof. Wammack, der mit seinen Mitarbeitern jährlich viele Patienten mit Prostataleiden erfolgreich behandelt. Dank des einzigartigen Spektrums an Erfahrung und innovativen Therapieformen sind Patienten mit Prostata-Erkrankungen und anderen urologischen Leiden in der Urologischen Klinik des Marienhospitals bestens aufgehoben. Dafür sorgt ein erfahrenes Team aus hochqualifizierten Ärzten, Schwestern und Pflegern im Ambulanz-, Stations- und Operationsbereich sowie Physiotherapeuten.

„Neben einer Therapie mit Medikamenten ermöglichen moderne Operationsmethoden heutzutage sehr schonende Eingriffe“, ergänzt Prof. Wammack.

Diagnose und Behandlung
Zur Diagnose wird der Patient sorgfältig nach seinen Symptomen befragt. Um herauszufinden, wie groß die Prostata ist, wird mit Hilfe einer speziellen Ultraschalluntersuchung deren Struktur und Größe am Enddarm bestimmt. Im Anfangsstadium einer Prostatavergrößerung erfolgt meist eine konservative Therapie mit Medikamenten. Auch pflanzliche Präparate kommen zum Einsatz, die zwar die Vorsteherdrüse nicht wieder verkleinern, dafür aber die Symptome lindern. „Auch das persönliche Empfinden des Patienten spielt natürlich eine Rolle“, sagt Prof. Wammack. „Stören die Symptome nicht übermäßig, kann man – bei regelmäßiger, meist jährlicher Kontrolle – die Behandlung abwarten.“ Erst wenn sich die Beschwerden einer Prostatavergrößerung auch medikamentös nicht bessern, zieht der Arzt eine Operation in Betracht. Dabei wird das vergrößerte Drüsengewebe so weit wie möglich entfernt.

„Betroffene Männer sollten wissen, dass bei der operativen Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen nicht die gesamte Prostata entfernt wird“, ergänzt Prof. Wammack.

Greenlight Laser: Operieren mit dem „Licht-Skalpell“
Bei der OP gutartiger Vergrößerungen der Prostata kommt häufig der Greenlight Laser zum Einsatz. „Das ist eine Art Licht-Skalpell“, erläutert Prof. Wammack. „Bei dieser schonenden, minimalinvasiven Methode führen wir eine dünne Laserfaser in die Harnröhre ein, mit deren Laserstrahl der Operateur das vergrößerte Prostatagewebe rasch erhitzt und verdampft. Dieser Prozess ist nahezu unblutig und für den Patienten absolut schmerzfrei.“ Im Ergebnis wird der natürliche Harnfluss schnell wieder hergestellt, die Beschwerden gehen rasch zurück. Schon nach ein- bis zweitägigem, stationären Aufenthalt können Patienten die Klinik wieder verlassen.

 

Kontakt:

Katholisches Klinikum Essen
Marienhospital Altenessen
Prof. Dr. Robert Wammack
Leitender Arzt
Klinik für Urologie und Neurourologie
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 3001
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