Junge Mutter berichtet von Sturzgeburt in 55 Minuten

Abgehetzt stürmt Jens Höfken in den Kreißsaal des Marienhospitals Altenessen – und kommt trotz größter Eile drei Minuten zu spät. Tochter Flora war schneller und hat bereits in ihren ersten Lebensminuten einen Wettlauf gegen ihren Papa gewonnen.

„Die Geburt war total verrückt“, sagt Mutter Rebekka Höfken rückblickend. „Es ging alles sehr schnell.“ Um 5 Uhr wurde die junge Frau von den Wehen geweckt, informierte noch rasch ihren Mann und brachte bereits eine knappe Stunde später die kleine Flora zur Welt.

Das Mädchen sollte eigentlich erst am 17. Januar, also elf Tage später zur Welt kommen. Der Verdacht auf eine Schwangerschaftsvergiftung machte aber schnelles Handeln notwendig. Rebekka Höfken hatte starke Kopfschmerzen und Sehstörungen – Symptome, die auf eine sogenannte Präeklampsie hindeuten. Auf Empfehlung eines verwandten Mediziners, der sagte: „Da seid ihr in guten Händen“, entschied das Paar sich deshalb trotz 40-minütiger Anreise kurzfristig für die Geburt im Essener Marienhospital.

Von einer Präeklampsie sind im Jahr etwa zwei von hundert Schwangeren in Deutschland betroffen. Neben Kopfschmerzen und Sehstörungen äußert sie sich durch starke Wassereinlagerungen, hohen Blutdruck, starke Eiweißausscheidungen im Urin und ggf. Schmerzen im Oberbauch. Gefährlich ist sie für Mutter und Baby besonders dann, wenn die Organe nicht mehr richtig arbeiten, die Mutter aufgrund des hohen Blutdrucks eine Hirnblutung erleidet oder die Plazenta das ungeborene Kind nicht mehr ausreichend versorgt.

Rebekka Höfken hatte Glück, dass die Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung bei ihr erst nach der 34. Schwangerschaftswoche aufgetreten sind. Um einer Mangelversorgung des Babys vorzubeugen, leitete das Team um den Leitenden Arzt der Geburtshilfe im Marienhospital Altenessen, Dr. Martin Schütte, vorzeitig die Geburt ein.

„Die Betreuung war super“, erinnert sich Rebekka Höfken hinterher. Sie habe sich die ganze Zeit über wohl und gut aufgehoben gefühlt. „Das gesamte Personal inklusive Hebammen war sehr nett, herzlich und fürsorglich. Ich kann das Krankenhaus auf jeden Fall weiterempfehlen“, sagt Höfken, die nach dem Kraftakt der Geburt auch die Nabelschnur selbst durchtrennen durfte. „Das macht eigentlich der Mann“, lacht sie, „aber der war ja noch nicht da“.