74-Jährige engagiert sich seit 21 Jahren für die Katholische Krankenhaushilfe
Einkäufe erledigen, Telefon anmelden oder einfach nur reden: Die Katholische Krankenhaushilfe setzt sich am Philippusstift in Essen ehrenamtlich für das Wohlergehen der Patienten ein – und leistet damit Hilfe in Bereichen, die von den Pflegenden nicht abgedeckt werden können. Die Vorsitzende Gisela van Gemmern ist seit 21 Jahren mit großer Begeisterung dabei. Jetzt fürchtet sie um die Zukunft der Katholischen Krankenhaushilfe.

Die Katholische Krankenhaushilfe des Philippusstifts wurde 1996 gegründet. Neben Gisela van Gemmern ist auch die inzwischen 81-jährige Rosemarie Kudlick von Anfang an dabei. Sie hatte 1995 auf einem Pfarrfest mit Schildern vor Brust und Rücken die Werbetrommel gerührt und sieben weitere Damen für das ehrenamtliche Engagement begeistert.

Zeit für Patienten und Gespräche

Stephanie Kreutz, die die Katholische Krankenhaushilfe als angestellte Sozialarbeiterin des Klinikums betreut, ist froh über die Unterstützung. „Die ehrenamtliche Arbeit ist für uns sehr wertvoll“, sagt sie und begründet: „Die Damen und Herren bringen Menschlichkeit und Ruhe auf die Stationen, weil sie sich die persönlichen Geschichten der Patienten anhören.“

„Das Pflegepersonal hat keine Zeit dafür, sich ans Bett zu setzen und ausgiebig mit den Patienten zu plaudern“, weiß auch Gisela van Gemmern. Sie möchte ihren Dienstagvormittag im Philippusstift nicht mehr missen. „Ich brauche den Kontakt mit den Menschen. Wenn ich allein zu Hause sitze, grübele ich nur“, so die Witwe. Sie habe selbst aufgrund von Krankheiten einiges miterlebt und freue sich, wenn sie anderen Mut zusprechen könne. Zu ihrem Bedauern sinkt die Zahl der ehrenamtlichen Helfer. War die Katholische Krankenhaushilfe über die Jahre auf zwanzig Mitglieder angewachsen, stagniert sie inzwischen nach Krankheits- und Todesfällen bei elf Frauen und zwei Männern. Das an sich ist für Gisela van Gemmern noch nicht problematisch, andere Kliniken kämen mit weit weniger Personal aus.

„Wir passen aufeinander auf “

„Wir sind aber alle in einem Alter, in dem wir das nicht mehr lange machen können. Viele gehen auf die 80 zu“, so die Vorsitzende. Ursprünglich hatte der Caritas Verband, unter dessen Trägerschaft die Katholische Krankenhaushilfe steht, zum Schutz der Helfer ein Alter von 75 Jahren als Obergrenze festgelegt. Das sei inzwischen gelockert worden. „Wir passen aufeinander auf und schieben die Patienten beispielsweise nicht mehr im Rollstuhl“, sagt Gisela von Gemmern. Nicht nur sie würde sich aber freuen, frisch gebackene Rentner und Rentnerinnen mit einem Alter  bis zu 70 Jahre für ein Engagement in der Krankenhaushilfe begeistern zu können. Auch die Vorsitzenden der Krankenhaushilfen im Marienhospital und im St. Vincenz Krankenhaus schließen sich der Sorge um den Nachwuchs für ihr Projekt an.

Neue Mitglieder würden anfangs nicht allein zu Patienten geschickt, sondern von anderen Helfern begleitet, bis sie sich sicher fühlten. Das könnten zwei Wochen oder auch zwei Monate sein. Darüber hinaus, wirbt Gisela van Gemmern, würden in monatlichen Treffen Erfahrungen ausgetauscht und Vorträge unter anderem zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen angeboten. „Es wäre einfach schade“, findet sie, „wenn das ganze Projekt einschlafen würde“.

Ihre Katholische Krankenhaushilfe vor Ort
Katholisches Klinikum Essen
Katholische Krankenhaushilfe

Philippusstift
Stephanie Kreutz
Sozialarbeiterin
Hülsmannstraße 17
45355 Essen-Borbeck
Fon: 0201 6400 1233
Mail: s.kreutz@kk- essen.de

Marienhospital
Jens Schwabe-Baumeister
Ev. Seelsorger
Hospitalstraße 24
45329 Essen
Fon: 0201 6400 1215
Mail: j.schwabe-baumeister@kk-essen.de

St. Vincenz Krankenhaus
Joachim Vogt
Kath. Seelsorger
Von-Bergmann-Straße 2
45141 Essen
Fon: 0201 6400 1221
Mail: j.vogt@kk-essen.de