Mit Walken, Rad fahren oder Herz-Kreislauf-Training den Tumor besiegen: Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Essen-Nord-West bietet seit Frühjahr dieses Jahres in Kooperation mit der AOK und der Deutschen Sporthochschule Köln ein neues Programm, das Patienten zu einem positiveren Lebensgefühl verhelfen soll.

Warum Sport als Krebstherapie Erfolg verspricht, erzählt Privatdozent Dr. Horst Gerhard, Leiter der Abteilung Physikalische und Rehabilitative Medizin am MVZ.

Dass Sport positive Wirkungen auf Krankheiten wie Diabetes, Depressionen oder Demenz hat, ist allgemein bekannt. Jetzt wies eine Studie der Hochschule Köln auch den Nutzen von regelmäßiger Aktivität in Bezug auf Krebs nach. Krebs war laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2014 die zweithäufigste Todesursache. 223 758 Menschen und damit ein Viertel aller 2014 Verstorbenen erlagen einem Tumor.

Sport hemmt Entzündungen
In einer Studie zeigten Forscher, dass Sport eine entzündungshemmende Wirkung besitzt. Die Kölner Wissenschaftler verglichen Blutproben von jungen Profi-Athleten mit denen von jungen und gesunden, aber untrainierten Menschen. „Die Analyse ergab, dass die Frequenz der regulatorischen T-Zellen in Abhängigkeit von der körperlichen Fitness der Probanden zunahm“, heißt es in einer Pressemeldung. Das lege den Schluss nahe, „dass körperliche Aktivität durch eine Steigerung regulatorischer Zellen entzündungshemmende Effekte erzielt“. Am Medizinischen Versorgungszentrum werden die Erkenntnisse aus Köln direkt in die Tat umgesetzt. Krebspatienten sollen sich nicht mehr nur ausruhen, wie es noch vor kurzem Tenor war, sondern „aktiv werden, damit sich ihr Lebensgefühl und die Rezidivrate verbessern“, sagt der Leitende Arzt Dr. Gerhard.

Individueller Rehaplan
Dazu untersucht er gemeinsam mit einem Team aus Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen die Sporttauglichkeit von Patienten, die bereits erfolgreich mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt worden sind. Anhand des ersten Eindrucks wird für jeden Patienten ein umfassender und individueller Rehaplan erstellt. Jeweils nach einem Viertel- und einem halben Jahr schaut Dr. Gerhard in einer Nachuntersuchung, wie sich proportional zur Aktivität das Befinden verändert hat. An den Erfolg glaubt er ganz fest: „Mit Sport werden Lebensgefühl und Immunabwehr verbessert und der Tumor wird in Schach gehalten.“

MVZ Essen-Nord-West

Medizinisches Versorgungszentrum Essen-Nord-West

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