Ein gutes Dutzend Ärzte, eine Mission: In der Tumorkonferenz des Katholischen Klinikums Essen kommen Ärzte verschiedener Fachrichtungen einmal in der Woche zusammen und beraten über Patienten mit neuer oder veränderter Krebsdiagnose. Dr. Olaf Guckelberger, Dr. Winfried Berger, Dr. Tarek Azhari und Dr. Martin Schütte sind vier von ihnen, die wir in den folgenden Beiträgen vorstellen. Auf ganz unterschiedliche Weise verfolgen sie das Ziel, Lebensqualität zu verbessern, Leben zu verlängern und im besten Fall den Krebs zu heilen.

Knapp 20 Ärzte sitzen in Schulbankreihen zusammen. Patientennamen, Fachbegriffe und Buchstabenkombinationen fliegen durch den Raum, hin und wieder unterbrochen vom Klingeln der Chefarzt-Telefone. Zwei Beamer projizieren die passenden Diagnose-Bilder auf die Leinwand. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Berger, Leiter des Onkologischen Zentrums. Per Telefonkonferenz ist auch die Strahlentherapie des Uniklinikums Essen zugeschaltet.

Mediziner beraten untereinander über optimale Therapie

Die Vorteile des Tumorboards liegen für Privatdozent Dr. Guckelberger, Leiter der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, auf der Hand. Mediziner verschiedenster Fachrichtungen beraten untereinander über die optimale Therapie, ohne dass der Patient von einem Mediziner zum anderen rennen müsse. Den gemeinsam erarbeiteten Vorschlag überbringt der Arzt des Vertrauens. „Das macht die Tumorkonferenz aus meiner Sicht so extrem wertvoll“, sagt der Chirurg. „Bei der modernen Krebstherapie stellt sich oft nicht mehr die Frage, ob Operation oder nicht“, so der an der Berliner Charité ausgebildete Arzt weiter. Stattdessen sei meist eine Kombination aus OP, Chemotherapie und Bestrahlung sinnvoll. Patienten mit Krebsdiagnose müssten daher ohne Tumorkonferenz in einer Odyssee verschiedene Ärzte aufsuchen, bis die optimale Therapie feststehe.

Privatdozent Dr. Olaf Guckelberger, Leiter der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie © Katholisches Klinikum Essen

Privatdozent Dr. Olaf Guckelberger, Leiter
der Chirurgischen Klinik I – Allgemein-,
Viszeral- und Gefäßchirurgie © Katholisches Klinikum Essen

Von der Expertise des Onkologischen Zentrums profitiert hat Irmgard Bauer. Vor knapp zwei Jahren erhielt die damals 79-Jährige die Diagnose Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Dr. Guckelberger schnitt die bösartigen Zellen heraus. Bis April 2016 schloss sich eine vorsorgliche Chemotherapie an. Damit sollte das Risiko von Metastasen verringert werden. „Das hat leider nicht geklappt“, bedauert der Chirurg und erläutert: „Vier Monate später bildeten sich Lebermetastasen, die so verteilt waren, dass sie allein mit einer Operation nicht hätten entfernt werden können.“ Bis Dezember 2016 erhielt die Seniorin erneut Chemotherapie – mit gutem Erfolg: Die Lebermetastasen wurden kleiner und machten eine heilende Operation möglich.

Dank Chemotherapie und OP geheilt

Anfang Februar entnahm Dr. Guckelberger schließlich einen Großteil der Leber und damit auch die letzten noch verbliebenen Krebszellen. „Das Ergebnis ist prima. Der Patientin geht es sehr gut“, freut sich der Leitende Arzt. Schon die Chemo habe hervorragend angeschlagen. Den Erfolg des Onkologischen Zentrums sieht er vor allem im interdisziplinären Zusammenspiel, guten Abstimmungen und eingespielten Abläufen. Irmgard Bauer ist überwältigt. „Dass ich noch am Leben bin, verdanke ich Ihnen“, schluchzt sie bei einem Krankenbesuch des Chirurgen. Der legt ihr liebevoll die Hand auf die Schulter: „Nein, nein. Dazu haben viele Faktoren beigetragen.“

Ihre Fachklinik vor Ort

Katholisches Klinikum Essen
Chirurgische Klinik I – Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Priv.-Doz. Dr. Olaf Guckelberger
Leitender Arzt
Fon: 0201 6400 1750
Mail: o.guckelberger@kk-essen.de

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