Darmkrebs ist in Deutschland noch immer die zweithäufigste Krebstodesursache. Dabei könnte die Krankheit effektiv verhindert werden. Viele Patienten scheuen sich aber, die dazu notwendige Darmspiegelung durchführen zu lassen. Aktuell nimmt nur jeder Zehnte an dieser Art der Darmkrebsvorsorge teil.

Ausführlich, verständlich und mit großem Einfühlungsvermögen berät Dr. Christiane Arnold, Ärztliche Leiterin und Gastroenterologin des MVZ, eine Patientin. Die Dame leidet seit Monaten unter Verstopfung. Weiterhin war durch einen Stuhltest nicht sichtbares Blut im Stuhl der Patientin aufgefallen. Wie viele andere auch hatte sich die 72-Jährige bisher davor gescheut, eine Darmspiegelung zur Vorsorge – wie sie ab einem Alter von 55 Jahren empfohlen wird – durchführen zu lassen. Im Medizinischen Versorgungszentrum Essen-Nord-West (MVZ) werden Patienten über die Entstehung von Darmkrebs und Möglichkeiten der Vorsorge individuell in einem persönlichen Gespräch beraten. Im Anschluss wird ein passender Termin für die Untersuchung vereinbart.

Bei einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge wird der Darm auf sogenannte Polypen, das heißt gutartige Vorstufen von Darmkrebs hin untersucht. Der Patient erhält hierzu ein Medikament zur Sedierung, wodurch er in einen tiefen, entspannten Schlaf fällt und von der Untersuchung nichts mitbekommt. Entdecken Ärzte während der Spiegelung Polypen, werden diese unkompliziert mit einer kleinen Zange oder Drahtschlinge entfernt. Polypen sind in der Regel etwa 5 bis 10 Millimeter klein. Sie können im Laufe der Zeit deutlich wachsen und schließlich entarten. So kann innerhalb mehrerer Jahre aus einem anfangs gutartigen Polypen Darmkrebs entstehen.

 

Darmspiegelung: Deutlich besser als ihr Ruf!

Dennoch scheuen sich viele vor der auch von Krankenkassen empfohlenen Vorsorgemaßnahme. „Wenn alle ab einem Alter von 55 Jahren regelmäßig zur Vorsorge-Darmspiegelung gingen, könnte die Darmkrebsrate drastisch gesenkt werden“, sagt Dr. Arnold mit Nachdruck und erklärt: „Je früher die erste Darmspiegelung stattfindet, desto kleiner sind oft die dadurch entdeckten Polypen und desto unkomplizierter können diese entfernt werden“. Je länger die Vorsorge-Darmspiegelung aufgeschoben werde, desto höher sei das Risiko, dass vorhandene Polypen bereits entartet sind.